Radverkehr in Einbahnstraßen in beiden Richtungen freigeben?

Spandau. Im Bezirk sollen alle geeigneten Einbahnstraßen für den beidseitigen Radverkehr freigegeben werden. Dem Antrag der Fraktion der Grünen Alternativen Liste Spandau (GAL) stimmte der Ordnungsausschuss mehrheitlich zu.

Die GAL will möglichst viele Einbahnstraßen für den Fahrradverkehr in beiden Richtungen freigeben. Das Bezirksamt soll deshalb bis zum Frühjahr einen Zeitplan für die Überprüfung sämtlicher Einbahnstraßen vorlegen und sie dann schnellstmöglich, sofern sie geeignet sind, für den beidseitigen Radverkehr zulassen. Von Radlern häufig genutzte Straßen, wie etwa die Jüdenstraße in der Altstadt, sollen dabei Priorität haben.

Diesem Antrag stimmte der Ordnungsausschuss am 21. November mehrheitlich zu. Die Grünen kommen damit dem Willen des Senats nach, künftig alle geeigneten Einbahnstraßen in beiden Richtungen für Radfahrer zu öffnen. Radler sollen so mehr Platz erhalten und ohne große Umwege fahren können. Infrage kommen vor allem Straßen mit Tempo 30 und einer Mindestbreite von 3,5 Metern. In Spandau wären das beispielsweise die Buolstraße, Jüdenstraße, Köttgenstraße und der Janischweg.

Wie Stadtrat Stephan Machulik (SPD) im Ausschuss informierte, sei die bezirkliche Straßenverkehrsbehörde, die in Spandau beim Ordnungsamt angesiedelt ist, bereits dabei, einige Straßen zu überprüfen. "Vor einer Freigabe müssen jedoch auch die Feuerwehr, Polizei und Versorgungsunternehmen angehört werden", so Machulik.

Die CDU stimmte gegen den Antrag. Zu gefährlich - auch für Autofahrer - sei die Freigabe von Einbahnstraßen für den Radverkehr, argumentierte Fraktionschef Arndt Meißner.

Der Antrag beschäftigt den Ausschuss bereits seit Mai. In seiner ursprünglichen Fassung war er wiederholt vertagt worden, unter anderem deshalb, weil die GAL die Freigabe der Buolstraße, der Köttgenstraße und des Janischwegs in Siemensstadt sowie der Jüdenstraße bereits bis zum Ende dieses Jahres gefordert hatte. Das war aus Sicht des Stadtrats zeitlich nicht zu schaffen.


Ulrike Kiefert / uk
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