Rathaus benötigt Feuertreppe: BVV weicht nach Steglitz aus

Zehlendorf. Der Einbau einer Wendeltreppe von der Empore des Bürgersaales im Rathaus Zehlendorf lässt die kommende Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im alten Rathaus Steglitz tagen. Den Bau hatten Brandschützer nach einer Begehung angeordnet.

Der BVV-Saal im Zehlendorfer Rathaus hat nur einen Eingang. Zu wenig nach Ansicht von Feuerschutzexperten. Im Falle eines Brandes brauchen die dort Versammelten einen weiteren Fluchtweg. Der wird jetzt in Form einer 1,2 Meter breiten Wendeltreppe ermöglicht, die nach unten in den Bürgersaal führen soll. Doch bis zur kommenden BVV in zwei Wochen werden die Arbeiten kaum abgeschlossen sein. Für die 55 Bezirksverordneten bringt der Umbau etliche Unbequemlichkeiten mit sich. Sie werden in das alte Rathaus Steglitz ausweichen. Dort sind die vorbereitenden Sitzungen der Fraktionen im roten Klinkerbau nur schwer möglich. Doch nicht nur sie sitzen nach Rögner-Franckes Worten "eng zusammen", auch die Zuschauer.

Die "Exil"-Tagung der BVV ist auch logistisch eine Herausforderung. Die vier Fraktionen werden sich zwei Tage vorher in ihren Zimmern im Zehlendorfer Rathaus abstimmen. Für Absprachen während der BVV am Mittwoch, 23. Januar, können die Parteien nur das Büro von Stadträtin Cerstin Richter-Kotowski im alten Steglitzer Rathaus nutzen. Nach Auskunft von BVV-Cheforganisator Hans Conrad werden zudem technische Ausstattung wie die Aufzeichnungsanlage sowie sämtliche Drucksachen für einen Nachmittag an die Schlossstraße befördert.

Ein Mal im Jahr komme es vor, so Rögner-Francke, dass die Verordneten sich außerhalb des Bürgersaales von Zehlendorf zusammenfinden. Auch der war ursprünglich nicht als Plenarsaal vorgesehen, sondern wurde erst 2001 für den neuen Bezirk als BVV-Saal bestimmt. Für die monatlichen Tagungen wird der Bürgersaal dann immer umgeräumt. In dem Raum, in dem früher die Zehlendorfer BVV debattierte und der jetzt einen Fluchtweg erhält, finden heutzutage die Sitzungen von Ausschüssen statt. Vorsteher Rögner-Francke rechnet damit, dass die BVV am 22. Februar wieder "zu Hause" tagen kann.


Martinus Schmidt / mst
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