Verein Mitra eröffnet neues Familienzentrum

Die Kinder von Berliner Mitra-Kindergärten gestalteten das Eröffnungsprogramm. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Lange Jahre stand die Klinkerbau-Villa im Selerweg leer. Jetzt zieht wieder Leben in das Haus. Die interkulturelle pädagogische Gesellschaft Mitra hat es aufwendig sanieren lassen und am 7. März das interkulturelle Familienzentrum "Familien-Ring" eröffnet.

Ring steht für respektieren, integrieren, gestalten. "Wir wollen mit dem Familienzentrum einen praktischen Beitrag zum Gelingen von Integration leisten.", erklärte Marina Burd, Geschäftsführerin von Mitra, bei der Eröffnung. Die Villa Steglitz soll ein Ort des Vertrauens und der Kommunikation werden und ein interkultureller Treffpunkt für alle Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht oder ihrer kulturellen und religiösen Zugehörigkeit. Zukünftig wird es hier Beratungen in Fragen der Erziehung, Bildung, Integration und Gesundheit sowie Infoabende speziell für Eltern geben. Darüber hinaus wird auch der aktiven Freizeitgestaltung für die ganze Familie Raum gegeben.

Geplant sind Kinder-Café, Elternbrunch, Ausflüge sowie Sprach-, Koch- oder Nachhilfekurse und Kreativangebote. "Gemeinsame Aktivitäten fördern die Solidarität und helfen präventiv gegen Gewalt und Benachteiligung. Sie führen die Generationen zusammen", betont Marina Burd. Aus diesem Grund hoffen die Initiatoren auch auf enge Kontakte zum Seniorenclub Steglitz, der sich genau gegenüber befindet.

Von Bezirksseite wird das neue Angebot begrüßt. "Etwa 20 Prozent der Einwohner im Bezirk haben einen Migrationshintergrund und an sieben unserer Grundschulen liegt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund bei über 40 Prozent. Das Projekt unterstützt Migranten im Bezirk dabei, ein chancengleiches und gleichberechtigtes Leben zu führen", sagte Bürgermeister Norbert Kopp (CDU). Er erinnerte, dass es dieses Angebot beinahe nicht gegeben hätte. Ursprünglich wollte er das bezirkseigene Grundstück an den Liegenschaftsfonds Berlin abgeben. Doch die damalige Kinder- und Jugend-Stadträtin Anke Otto (Grüne) setzte sich dafür ein, dass die Immobilie beim Bezirk bleibt. "Das war eine gute Entscheidung", sagt Kopp heute.

Gefördert wurde die aufwendige Sanierung der Villa durch das Programm zum Aufbau der Berliner Familienzentren. Die Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Wissenschaft unterstützt das Projekt unter anderem auch deshalb, weil Mitra sich in Berlin inzwischen einen Namen gemacht hat. In den 1990er-Jahren entstand Mitra als Vereinigung russischsprachiger Eltern und Pädagogen. Seit 1995 wird das Engagement des Vereins vom Senat gefördert, seit 2000 ist Mitra anerkannter Träger der Jugendhilfe. Gegenwärtig betreibt der Verein acht bilinguale Kindergärten in ganz Deutschland sowie die private deutsch-russische Lomonossow-Grundschule in Berlin. Die Kita "Blumenstadt" ist das erste Mitra-Projekt im Bezirk und befindet sich neben dem neuen Familienzentrum.


Karla Menge / KM
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