Integrations-Projekt hofft auf Nachahmer

Nadeen (9) aus Syrien lebt in der Unterkunft Klingsorstraße. Stolz zeigt sie ihrem Vater die Broschüre. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Das Familienzentrum „Familien-Ring“ startete Ende vergangenen Jahres das Projekt „Begegnung macht Freu(n)de“. Ziel war es, Flüchtlingskinder bei ihren ersten Schritten in der neuen Heimat zu begleiten. Am 2. März fand ein feierliches Abschlusstreffen statt.

Im BVV-Saal des Rathauses Steglitz trafen sich die rund 20 Kinder im Alter zwischen acht und 17 Jahren wieder. Bis Ende Dezember hatten die Jungen und Mädchen aus Kriegsgebieten und einheimische Kinder Gelegenheit, sich näher kennenzulernen. Bei ihren Treffen sprachen die Schüler des Hermann-Ehlers-Gymnasium, der Internationalen Lomonossow-Schule und die Neuankömmlinge über ihre Wünsche und Träume, ihre Ängste, Freundschaften, die Flucht und ihre Heimat. Am Ende des Projektes bauten die Kinder einen Baum der Wünsche, der nun vorübergehend im Rathaus Steglitz aufgestellt wurde.

Noch einen weiteren Grund zum Feiern gab es bei diesem Treffen: Die Broschüre, die das Projekt von der Idee bis zum Abschluss dokumentiert, konnte vorgestellt werden. Jeder Teilnehmer bekam ein Heft als Erinnerung. Die Dokumentation soll zugleich auch Anregung für Schulen und andere Einrichtungen sein, ähnliche Projekte mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien zu initiieren. „Wir hoffen, dass wir mit neuen Ideen noch mehr Kinder und Familien erreichen können“, sagte Peter Bachmann, einer der Initiatoren des Projektes.

Stadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) wünscht sich eine Weiterführung der „großartigen“ Idee. Wenn Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten sich mit Einheimischen treffen, um gemeinsam einen Baum der Wünsche zu gestalten und sich näher kennenlernen und gegenseitig respektieren, dann sei das eine schöne und nachhaltige Art der Integration. „Das zeigt: Zusammenwachsen verschiedener Kulturen ist möglich, wenn gegenseitiger Respekt vorhanden ist und beide Seiten bemüht sind, sich zu verstehen“, sagte Richter-Kotowski. Nur durch gegenseitiges Verständnis sei es möglich, Barrieren zu überwinden. „Das gelingt in diesem Projekt auf fantastische Weise.“

Bei der Veranstaltung kam auch Suada Dolovac von der Gierso, Betreibergesellschaft der Flüchtlingsunterkünfte in der Klingsorstraße und Goerzallee, zu Wort. „Das Projekt ist eine Bereicherung für die Kinder. Sie nehmen die neuen Freundschaften wahr und profitieren davon“, sagte sie. KM

Weitere Informationen zum Projekt auf www.mitra-ev.de/.
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