Hilfe für die Mäckeritzwiesen: Politik wird langsam wach

Berlin: Siedling Mäckeritzwiesen |

Tegel. Das Beinahe-Absaufen der Häuser in den Mäckeritzwiesen hat die Politik wachgerüttelt – nachdem sie zuvor versagt hatte: Nur informelle Kontakte hatten dem Technischen Hilfswerk ermöglicht, Schlimmeres zu verhindern.

Wenn sich in den vergangenen Wochen Berliner über geflutete Keller und kaum passierbare Straßen ärgerten, so war das noch wenig im Vergleich zu dem, was die Bewohner der Häuser in den Mäckeritzwiesen durchmachen mussten. Straßen sahen aus wie Kanäle, Gärten verwandelten sich in Seen und drohten, aus den Häusern Aquarien zu machen. Und das Schlimmste: Von offizieller Seite interessierte sich niemand dafür. Weder Anrufe im Bezirksamt noch im Senat führten zu Reaktionen.

Bis dann doch das Technische Hilfswerk mit seinen Pumpen eingriff. Das war sinnvoll, wenn auch ungewöhnlich. Denn die offizielle Katastrophenschutzorganisation darf eigentlich nur auf behördliche Hilferufe reagieren. Dass für den Einsatz mit vermutlich vierstelliger Rechnungssumme die Siedler nicht komplett aufkommen müssen, hat jetzt der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel erreicht. Er vermittelte einen Kontakt zum Wohnungsbaukonzern Deutsche Wohnen, der mit einer Spende einspringen will.

Steffel will die Situation grundlegend klären

Zugleich will Steffel einen Runden Tisch einberufen, um generell die Situation in den Mäckeritzwiesen zu klären. Dort gibt es bisher nur eine Entwässerung der ehemaligen Laubensiedlung, mit der die Berliner Wasserbetriebe nichts zu tun haben.

Eine technische Lösung unter Einbeziehung der Berliner Wasserbetriebe fordert auch der Reinickendorfer SPD-Vorsitzende Jörg Strödter, dem es schon lange ein Anliegen ist, die Mäckeritzwiesen als Wohngebiet zu sichern. Diese waren zunächst eine Laubensiedlung, in der aber zunehmend Menschen dauerhaft wohnten – mit dem entsprechenden „Ausbau“ der Lauben. Als sich in den 1990er Jahren die Tendenz abzeichnete, den Flughafen Tegel zu schließen, gab es erste Bemühungen, den Bewohnern Rechtssicherheit zu geben, wenn die Gebäude in Fragen des Brandschutzes und der Statik unproblematisch waren. CS
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