Anklage nach zehn Jahren: Sürücü-Brüder vor Schwurgericht

Tempelhof. Der sogenannte Ehrenmord erschütterte ganz Deutschland: Am 7. Februar 2005 wurde die damals 23-jährige Hatun Sürücü, Mutter eines sechsjährigen Sohnes, an einer Bushaltestelle in der Oberlandstraße mit drei Kopfschüssen getötet.

Ermordet von ihrem jüngsten Bruder, weil der kurdisch-türkischen Familie ihr moderner westlicher Lebensstil nicht passte. Der jugendliche Mörder wurde zu neun Jahren und sechs Monaten Jugendstrafe verurteilt. Im Juli 2014 wurde er nach Verbüßung seiner Strafe in die Türkei abgeschoben und soll heute eine Imbissbude in Istanbul betreiben.

Seine beiden älteren ebenfalls angeklagten Brüder waren 2006 in einem ersten Prozess in Berlin aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Das Urteil wurde aber 2007 vom Bundesgerichtshof aufgehoben. Zu einem neuen Verfahren kam es allerdings nicht mehr, weil sich die Brüder zwischenzeitlich in die Türkei abgesetzt hatten. Die Türkei liefert ihre Staatsbürger zwar nicht aus, hat auf Betreiben der Bundesregierung aber 2013 ein eigenes Strafverfahren gegen die beiden Männer eingeleitet. Berlins Justizbehörde bestätigt, dass sie vom Bundesamt für Justiz über den Schritt der türkischen Behörden informiert wurde.

Nun sind Alpaslan und Mutlu Sürücü vor dem Schwurgericht wegen Mordes "zum Nachteil eines Familienmitgliedes" angeklagt. An ihre Schwester erinnert heute ein Gedenkstein in der Oberlandstraße. HDK
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