Gefährlicher Schwelbrand

Der Brandherd hatte sich zwischen der Decke einer Restaurantküche und dem Fußboden der darüber liegenden Wohnung entwickelt. Foto: HDK (Foto: HDK)

Tempelhof. Als die am 17. Januar nachmittags alarmierte Feuerwehr vor Ort eintraf, konnte sie eine Katastrophe quasi in letzter Minute verhindern. Zwischen der Decke einer Restaurantküche und dem Fußboden der darüber liegenden Wohnung schwelte ein sich rasch ausbreitendes Feuer.

Wegen der starken Rauchentwicklung räumten die mit sechs Staffeln und schwerem Gerät angerückten Feuerwehrleute zunächst das gesamte Gebäude, brachten alle anwesenden Mieter der 20 Wohnungen des mächtigen Eckhauses an der Ordensmeister-/Ecke Wenckebachstraße in Sicherheit und betreuten sie in einem bereitgestellten Feuerwehrbus.

Derweil hatten die Brandbekämpfer die Decke zwischen Erdgeschoss und erster Etage durchbrochen und konnten so das Feuer mittels Einsatz zweier C-Rohre schnell unter Kontrolle bringen. Der Sachschaden ist zwar beträchtlich, aber es endete vergleichsweise glimpflich. Verletzt wurde niemand und bald konnten alle Menschen, mit Ausnahme einer vierköpfigen Familie, zurückkehren. Diese Familie ist nun bis zur Wiederherstellung ihrer zurzeit unbewohnbaren Wohnung auf unbestimmte Zeit in einer nahe gelegenen Pension untergebracht, erzählen die Hauseigentümer Regina und Jonas Nickel, bei denen sich in den Tagen danach allerlei Versicherungsgutachter und Handwerker die Klinke in die Hand geben. Bei Redaktionsschluss war beispielsweise immer noch die gesamte Heizung ausgefallen.

„Dennoch hatten wir wohl noch einmal Glück im Unglück“, so Familie Nickel. Das es nicht schlimmer kam, ist nicht zuletzt dem Umstand zu danken, dass es tagsüber passierte und frühzeitig bemerkt wurde. „Nicht auszudenken, wenn das nachts geschehen wäre“, so Jonas Nickel zur Berliner Woche. Der Wirt der Pizzeria, Bryan Madarati, in dessen nun total zerstörter Küche das Feuer nach Erkenntnissen von Polizei und Feuerwehr durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde, steht vor den Trümmern. Er sah als erster, wie sich seine Küche mit all den teuren Geräten sozusagen in Rauch auflöste und hatte den Laden noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte eilig geräumt. „Zuerst brach die Dunstabzugsanlage in sich zusammen und fiel von der Decke“, erinnert sich Madarati. Den ihm durch den Brand entstandenen Sachschaden beziffert er auf „locker 60 000 bis 80 000 Euro“ und rechnet zudem mit „mindestens zwei, drei Monate“ Geschäftsausfall. HDK
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