Erhalten oder auflösen? Online-Umfrage zum Damwildgehege im Franckepark

Mittels einer Online-Umfrage soll herausgefunden werden, ob das Tempelhofer Damwildgehege erhalten werden soll. (Foto: Thomas Kutz)
Berlin: Franckepark Tempelhof |

Tempelhof. Im Herbst verendete der Platzhirsch der kleinen Damwildherde im Tiergehege im Franckepark qualvoll. Daraufhin dachte der zuständige Stadtrat Daniel Krüger (CDU) darüber nach, das Gehege aufzulösen und die Tiere nach Brandenburg umsiedeln. Noch ist keine Entscheidung gefallen.

Der Stadtrat beklagt vor allem die Schwierigkeiten einer artgerechten Haltung und den dafür erforderlichen Kosten- und Personalaufwand. Bislang kann das Gehege nur aus den Unterhaltungsmitteln für Grünanlagen finanziert werden. Deshalb würde Krüger dem Anachronismus in der Großstadt ein Ende machen wollen und es auflösen. „Es handelt sich immerhin um reine Wildtiere“, so der Stadtrat zur Berliner Woche.

Die SPD hält dagegen, dass die Tiere „vielen Menschen in Tempelhof und darüber hinaus“ Freude bereiten. „Wir würden eine Schließung für eine Kapitulation und einen weiteren Identitätsverlust für den Ortsteil halten“, begründet der Bezirksverordnete Axel Seitz einen Antrag seiner Fraktion unter der Überschrift „Keine Aufgabe des Damwildgeheges im Franckepark“, der im November eingebracht wurde. Der Antrag war zunächst zur weiteren Beratung zurück an den Ausschuss für Verkehr und Grünflächen überwiesen worden, wo er bei Redaktionsschluss immer noch schmorte. Kommt er zur Abstimmung zurück in die BVV und bekommt eine Mehrheit, dann muss das Bezirksamt versuchen, ehrenamtlich tätige Bürger zu gewinnen, „die etwa im Rahmen eines Fördervereins das Bezirksamt bei der Aufsicht, Fütterung und veterinärmedizinischen Betreuung des Damwilds unterstützen und entlasten“. Die Antragsteller sind „überzeugt“, dass sich genügend Freunde für das Tiergehege finden ließen, „die bereit und in der Lage wären, das Bezirksamt seriös und verlässlich beim Erhalt zu unterstützen“.

Ob dem tatsächlich so ist, versucht die CDU aktuell mittels einer Online-Umfrage unter www.cdu-tempelhof-schoeneberg.de/index.php?ka=1&ska=1&idx=83276herauszufinden. Die Kernfrage: Sollte das Gehege aus Gründen der Tradition und der Identifikation mit Tempelhof unbedingt erhalten werden? Und wenn ja: Wer kümmert sich künftig um die Hirsche im Franckepark? Abgesehen davon, müssen demnächst etwa zehn Tiere in ein Gehege nach Brandenburg umgesetzt werden, da sich die Herde mittlerweile auf 20 Exemplare vermehrt hat, das Gehege aber nur für maximal zehn Tiere geeignet ist. Das Damwild wird im Franckepark hinter dem Rathaus Tempelhof seit Ende der 1920er Jahre gehalten. HDK
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