Germaniagarten und Sibersteinstraße an einem Fördertopf

Tempelhof. Bislang einmalig in Berlin: Die Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Neukölln haben ein bezirksübergreifendes Pilotprojekt gestartet. Das Tempelhofer Quartier Germaniagarten und der Neuköllner Silbersteinkiez werden zusammen gefördert.

Den spektakulär Bezirksgrenzen übergreifenden Pakt haben formal die Stadträte Jörn Oltmann (Stadtentwicklung und Bauen), Jutta Kaddatz (Bildung, Kultur und Soziales) aus Tempelhof-Schöneberg mit Jochen Biedermann (Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste) aus Neukölln geschlossen. Und um dieses Novum entsprechend zu feiern und unters Volk zu bringen, ist als erste große Aktion am 19. September ein gemeinsames Kiezfest geplant.

Ausschlaggebend für die Fördertopffusion war die ziemlich gleiche soziale Situation in den beiden Wohnquartieren, die Menschen leben hier wie dort „oftmals in schwierigen Verhältnissen“, so Jörn Oltmann (Bündnis 90/Grüne). Deshalb haben sich die beiden Bezirke nun zusammengetan und die bereits bestehende Förderung für den Germaniagarten über die Bezirksgrenzen hinaus nach Neukölln erweitert. „In der alltäglichen Arbeit vor Ort wurde deutlich, dass die Situation der Bewohner im Silbersteinstraßen-Kiez ganz ähnlich ist“, sagt Oltmann und fügt hinzu, dass sich sozialraumorientierte Arbeit an den Bedürfnissen vor Ort orientieren muss und nicht vor Bezirksgrenzen Halt machen darf. Im erweiterten Fördergebiet leben insgesamt knapp 9000 Personen, auf Tempelhofer Seite etwa 3800, knapp 5000 auf Neuköllner Seite.

Im Gebiet Germaniagarten setzt das Bezirksamt bereits seit 2014 Fördermittel der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ein. Zu den bisher im Germaniagarten geförderten Maßnahmen gehören unter anderem die Umgestaltung der Seniorenfreizeitstätte „Berliner Bär“ zu einem Nachbarschaftstreff mit Schwerpunkt Senioren, die Umsetzung von Theaterprojekten für Kindergartenkinder und die Einrichtung des Kiezfonds, mit dem Bewohner die Möglichkeit haben, kleine Projekte bis 1000 Euro umzusetzen. Nun können auch die Neuköllner Nachbarn Gelder aus dem gemeinsamen Kiezfonds beantragen. HDK
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