WLAN vom Kirchturm

Tempelhof-Schöneberg. Das Bezirksamt möchte einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) folgend kostenlosen WLAN-Empfang im Bezirk umsetzen.



Dafür werden höhere Gebäude, Kirchtürme beispielsweise, zwecks Installation der Sendeanlagen gesucht. Laut dem im Juni 2016 auf Antrag der CDU-Fraktion in der BVV gefassten Beschluss unter der Überschrift „Kostenloses WLAN in Tempelhof-Schöneberg vorantreiben“, wurde Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) beauftragt, bei den Kirchengemeinden des Bezirks dafür zu werben, dass sie ihre Gebäude für die Installation von Richtmasten für ein kostenfreies und flächendeckendes WLAN zur Verfügung stellen. „Die sich möglicherweise ergebenden Standorte sollten dann – unter Berücksichtigung des Datenschutzes – an den Senat und die Initiative Freifunk weitergemeldet werden“, so der Plan der Initiatoren des Beschlusses.

Das WLAN-Infrastruktursystem ähnelt im Aufbau in etwa dem Mobilfunknetz.

Im Dezember hat die Bürgermeisterin der BVV einen Zwischenbericht in Form einer „Mitteilung zur Kenntnisnahme“ vorgelegt. Darin heißt es, dass das Bezirksamt dem Ersuchen der BVV gefolgt sei und die Kirchengemeinden kontaktiert und darum gebeten habe, „das Anliegen zu prüfen und in der Gemeinde abzustimmen“.

Pfarrer ist dagegen

Noch scheint nichts entschieden, jedenfalls läuft die Rückmeldefrist der Gemeinden noch bis Ende Januar, so Angelika Schöttler. Derweil beschäftigt sich der Hauptausschuss noch einmal mit ihrem Zwischenbericht. Die Berliner Woche sprach mit Hans-Martin „Beppo“ Brehm, dem prominenten Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Alt-Mariendorf. Zu seinem Sprengel gehören unter anderem die historische Alt-Mariendorfer Dorfkirche und die Martin-Luther-Gedächtniskirche. Auf die Frage, was er denn von dieser Aktion halte, findet der Pfarrer klare Worte und ist alles andere als begeistert. „Ich habe wirklich nichts gegen die Technik, aber nach meinem Verständnis dienen Kirchengebäude nun einmal der Ruhe, der Einkehr und der Andacht und nicht als Fundamente für Antennen“, so Brehm. HDK
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