Atemlos im Wintergarten: Ein Festival deutscher Hits

Bildhübsches musisches Ausnahmetalent Ella Endlich und stimmstarker Wahlberliner aus London, Jay Khan. (Foto: Jürgen Sendel)
Berlin: Wintergarten Varieté |

Tiergarten. Irgendwann musste der Vorhang fallen. Die Künstler auf der Bühne und ihr Premierenpublikum wollten gar nicht aufhören mit Singen, Klatschen, Arme schwenken. So schön war „Atemlos“, die neue Show im Wintergarten Varieté.

Das Festival deutscher Schlagerhits aus den vergangenen 25 Jahren von Regisseur Frank Müller, raffiniert kombiniert mit atemberaubenden Artistennummern, war ein Ohren- und Augenschmaus ohnegleichen.

Wintergarten-Geschäftsführer Georg Strecker spricht zu Recht von einer „Peepshow der guten Laune“, die der deutschen Musik ein Denkmal setze: schrill und sentimental, rotzfrech und laut.

Dass das so über die Bühnenkante kommt, liegt an den beiden Sängern des Premierenabends, an dem bildhübschen musischen Ausnahmetalent Ella Endlich und dem stimmstarken Frontmann der Band „Großstadtfreunde“ und Wahlberliner aus London, Jay Khan – und an der fetzig rockenden Band „Chill Factor“ mit Mathias Trippner (Percussion), Jan Stolterfoht (Gitarre), Lexa Schäfer (Bass, Gesang) und Sebastian Düwelt (Tasteninstrumente, Gesang), die die Bühne in einen Hexenkessel der Emotionen verwandelt.

Faszinierend ist es, wie mit Hits wie „Marmor, Stein und Eisen bricht“, „My Boy Lollipop“, „Über den Wolken“, „Sonderzug nach Pankow“, „Über sieben Brücken“, „Rock me Amadeus“, „Da da da“ und vielen mehr die akrobatischen Weltklasse-Nummern zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen.

Da ist Viktoria Lapidus, die bis zu zehn Hula-Hoop-Reifen um ihre barocke Figur kreisen lässt, oder Jongleur Enrico Annaev, dessen Bälle wild um ihn herum springen und doch immer, wie von magischer Hand geführt, zu ihm zurückkehren. Tänzerisch anmutig ist die Luft-Akrobatik an einem Kronleuchter von Emily Kinch, während der Bauchtanz und der Serpentinentanz der männlichen Diva Tomasz Staunen und Bewunderung erzeugt. Die Gesetze der Physik scheinen außer Kraft gesetzt, wenn David Confal seine Diabolos durch die Lüfte fliegen lässt oder Vitaly Ostroverhov mit seinem Einrad über ein schmales Seil fährt und dabei noch mit Spitzhüten jongliert.

Ein, wenn nicht der Höhepunkt wird am Ende gesetzt. „At Moonlight“ nennen sich Sergey, Alex und Pavel, die Partnerin Anna mit ihren Händen spektakulär in die Höhe katapultieren. Dabei dreht die Artistin mühe- und geradezu schwerelos Salti und Pirouetten – atemlos. Zu sehen ist das Spektaktel noch bis 14. Februar im Wintergarten Varieté Berlin, Potsdamer Straße 96. Karten gibt es unter  58 84 33 oder auf www.wintergarten-berlin.de.

Bis 3. Januar sowie am 30. Januar und vom 6. bis 12. Februar übernimmt die „Newcomerin des Jahres 2014“ beim Medienpreis „Mein Star des Jahres“, Katja Friedenberg, die Gesangspartie. Für Jay Khan singt vom 2. Januar bis 14. Februar der neue Frontmann der „Münchener Freiheit“, Tim Wilhelm. KEN
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