Mittes Bezirksbürgermeister lässt wilde Camps im Großen Tiergarten räumen

Tiergarten. Die Szenerie erinnert entfernt an den sogenannten "Dschungel von Calais". An mehreren Stellen im Großen Tiergarten lagerten Wildcamper. Jetzt sind diese Lager geräumt worden.

Gemeinsam mit dem Grünflächenamt und der Berliner Polizei hat das bezirkliche Ordnungsamt am 10. November die wilden Lager unter anderem am Zooverbindungsweg und an der Lessingbrücke aufgelöst. Den Einsatz leitete der neue Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne). Auslöser für den Einsatz war eine Anzeige des Artenschutzbeauftragten des Umweltamtes. Die Campierer sollen Enten und Gänse gejagt und gebraten haben. Die Räumung verlief friedlich. Von Dassel dankte später allen Einsatzkräften, insbesondere den vom Jobcenter vermittelten Reinigungskräften, für ihr besonnenes Agieren. „Sie leisten unter schwierigsten Bedingungen einen unverzichtbaren Beitrag für die Aufrechterhaltung der Sauberkeit und Ordnung im öffentlichen Raum, so von Dassel.

Wie der Bürgermeister im Anschluss an die Räumung mitteilte, hätten rund 25 Kubikmeter Müll entsorgt werden müssen. Auch seien „Dinge von Wert“ sichergestellt worden, abzuholen im Ordnungsamt im Rathaus Mitte. Bei der Räumung wurden nicht alle Wildcamper angetroffen.

Von Dassel konnte sich während des Einsatzes ein genaues Bild von der Situation vor Ort machen. „Die Lebensbedingungen der in den wilden Lagern angetroffenen Menschen ist bemitleidenswert. Die dortige hygienische Situation ist katastrophal. Die wilden Camper waren in den meisten Fällen EU-Ausländer ohne Sozialhilfeansprüche.

Stephan von Dassel zeigte zwar Verständnis für die schwierigen Lebensumstände der Menschen, die im Park genächtigt haben. Das wilde Campieren in dem Gartendenkmal könne aber aus mehreren Gründen nicht toleriert werden. Der Tiergarten vermüllte zusehends. Auch hätten Lagerbewohner dort lebende Tiere getötet und gegessen und sich zunehmend aggressiv gegen Mitarbeiter des Straßen- und Grünflächenamtes verhalten. Der Bürgermeister forderte den Senat auf, eine weitere, dauerhafte Obdachlosenunterkunft zu schaffen, in der insbesondere Ansprüche auf Sozialleistungen für EU-Bürger geprüft und eine Rückkehrberatung angeboten wird. KEN
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