Straßenumbenennung der Einemstraße in Tiergarten verzögert sich

Tiergarten. Die Bezirksverordnetenversammlungen von Mitte und Tempelhof-Schöneberg haben die Sache schon längst beschlossen. Im Ortsteil Schöneberg ist die Einemstraße bereits umbenannt nach dem Vorreiter der Schwulenbewegung, Karl Heinrich Ulrichs. Tiergarten muss noch darauf warten.

Ein Anwohner hat beim Berliner Verwaltungsgericht geklagt. Eine Versicherung, die ihre Adresse an der Einemstraße hat, hat in einem Schreiben an das Bezirksamt Mitte auf den Aspekt der Gleichbehandlung hingewiesen. Wenn von Einem aus dem Berliner Straßenverzeichnis gestrichen wird, dann müsste das auch mit Otto von Bismarck, Friedrich von Motz oder Friedrich Wilhelm geschehen. Als Kinder ihrer Zeit waren sie Monarchisten und damit automatisch antidemokratisch und homophob. An eine Umbenennung der nach ihnen benannten Straßen denkt aber bisher niemand. Die Versicherung verweist zudem auf Ulrichs’ Novelle "Manor", die 1914 in einer Auflage von 1200 Exemplaren erschienen ist, und vermutet darin einen Fall von Pädophilie.


Karen Noetzel / KEN
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