Bombensicher bauen: Sprengmeister überwachen Arbeiten auf Max-Josef-Metzger-Platz

Nichts tut sich seit Wochen auf der Baustelle Max-Josef-Metzger-Platz. Feuerwerker haben in der Erde eine Vierteltonne Munition gefunden. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Max-Josef-Metzger-Platz |

Wedding. Gaaaanz langsam werden sich die Bautrupps durch die Erde wühlen, wenn sie ab August die vergammelte Grünanlage zwischen Müller- und Gerichtstraße neugestalten. Denn auf dem Max-Josef-Metzger-Platz liegen jede Menge Kampfmittel aus dem Zeiten Weltkrieg.

Der Neubau des Max-Josef-Metzger-Platzes verzögert sich weiter. Die Landschaftsbauer können mit der Neugestaltung des Parks neben dem Arbeitsamt noch nicht loslegen, weil überall Munition und Granaten im Erdreich liegen. Eine Munitionsbergungsfirma hatte bei Suchbohrungen bis April mehr als 250 Kilogramm Munition, Waffen, Granaten und Brandbomben gefunden. Die Sprengmeister wurden vor dem Umbau angefordert, weil auf Luftbildern zwei große Splittergräben und ein Feuerlöschteich zu sehen waren. In diesen Gräben und Teichen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der Schutt der zerbombten Häuser entsorgt. Waffen und Munition wurden einfach dort hineingeworfen.

Die Menge der an den drei Stellen gefundenen Kampfmittel ist sehr hoch, sagt Karsten Scheffer, der im Auftrag des Bezirks den Platzneubau betreut. Durch die Munitionsfunde in so geringer Tiefe befürchten die Planer, dass etwas passieren könnte, wenn Bagger auf Blindgänger stoßen.

Damit nichts schief geht, dürfen die Baufirmen nur unter Aufsicht arbeiten. Das heißt, bei jedem Spatenstich ist ein Feuerwerker dabei. Die Arbeiten werden deshalb sehr langsam voranschreiten. Derzeit arbeiten die Landschaftsplaner mit den Sprengmeistern an einem Konzept, wie sie vorgehen wollen, ohne in die Luft zu fliegen. Im August soll es endlich losgehen.

Durch den notwendigen Einsatz von Kampfmittel-Experten und die Entsorgung des mit Kriegsschutt verseuchten Erdreichs steigen auch die Kosten. Mindestens eine halbe Million Euro mehr kostet der Platzneubau, sagt Scheffer. Insgesamt sind jetzt 2,5 Millionen Euro kalkuliert. Das Geld für die Sanierung kommt aus dem Aktive-Zentren-Programm. Ursprünglich war einmal eine Million Euro eingeplant.

Die Grünfläche wird nach den Plänen der Landschaftsarchitekten vom Büro bgmr komplett neugestaltet. Der Park wird überarbeitet und bekommt neue Wege. Das Motto der Sanierung lautet „Beweg Dich Max!“. Der Metzger-Platz wird zu einem Sportpark mit Fitness-Parcours. Verschiedene Trimm-dich-Geräte für Junge und Alte werden aufgestellt. Tischtennisplatten und eine Boulefläche sind ebenfalls geplant. Rund um die große Wiese soll es eine markierte 400-Meter-Kiezlaufstrecke geben. DJ
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