Demo zur Walpurgisnacht am 30. Mai in Wedding

Wedding. Die Polizei rechnet bei der "antikapitalitischen Walpurgisnacht" nur mit kleineren Scharmützeln. Berlinweit sind 2500 Polizisten im Einsatz. Die größte Demo geht durch den Wedding.

Soziale Ausgrenzung, Gentrifizierung, Zwangsräumung. Das Video zur "antikapitalitischen Walpurgisnacht" in Wedding am 30. Mai zeigt Wedding-Bilder und dazu Stimmen aus dem Off, die davon berichten, dass die Reichen in den Wedding ziehen und die anderen raus müssen. "Gegen Rassisimus und soziale Ausgrenzung, gegen die neoliberale Aufwertung unserer Stadt", ruft eine Frau zur Teilnahme an der Walpurgisnacht-Demo auf. Ein Muskel-Popeye schlägt dazu einen riesigen Vorschlaghammer auf eine Metallplatte, auf der "Der Wedding schlägt zurück" eingeritzt ist.

Das Motto der "antikapitalistischen Walpurgisnacht" lautet "Allet oder Nüscht", die um 19 am U-Bahnhof Seestraße beginnt. Die Route geht durch den Brüsseler Kiez, über Leopoldplatz, Nettelbeckplatz bis zum U-Bahnhof Pankstraße.

Die Polizei geht von einer "überwiegend friedlichen Walpurgisnacht" aus, so Michael Gassen von der Pressestelle. Es seien weniger Beamte im Einsatz als im Vorjahr. Die Demoanmelder haben 15 000 Teilnehmer gemeldet. Die Polizei rechnet mit weniger. "Im letzten Jahr waren es etwa 10 000", so Gassen.

Vor allem die Quartiersmanagements in den Problemkiezen sind für die Linksautonomen der Grund allen Übels. Sie pumpen Millionen an Steuergeldern in die Wohnviertel, um sie aufzuwerten und setzen damit die Verdrängung der Bevölkerung in Gang, so die Argumentation. In dem Aufruf des Bündnisses "Hände weg vom Wedding" wird der Leopoldplatz als Bespiel für diese Aufwertungsprozesse genannt. "Der ehemals lebendige, öffentliche und von vielen Menschen genutzte Raum ist heute privatisiert und wird von Sicherheitsdiensten bewacht. Drumherum steigen die Mieten rasant und die stadtpolitischen Verantwortlichen klatschen Beifall, dass ein weiteres Problemgebiet aufgehübscht wurde", heißt es. Das QM-Programm "Soziale Stadt" wird als "unsoziales Instrument zum neoliberalen Stadtumbau" beschrieben. Es sei "nur noch eine Frage der Zeit, bis der Leo zum Kollwitzplatz Nummer Zwei wird."

Im vergangenen Jahr wurden im Vorfeld der Walpurgisnacht vier QM-Büros in der Prinz-Eugen-, Kolonie-, Burgsdorf- und Swinemünder Straße mit Teerkugeln beworfen und die Fassaden mit Parolen beschmiert. Die QM-Büros stehen auch diesmal auf der Angriffsliste gewaltbereiter Aktivisten. "Wir kennen natürlich die Reizobjekte entlang der Demostrecke und werden unsere Maßnahmen treffen", sagt Polizeisprecher Michael Gassen zum Schutz der Quartiersbüros.


Dirk Jericho / DJ
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