Ehemaliges Kinderkrankenhaus wird immer mehr ein Eldorado für Brandstifter

Weißensee. Die Verordneten haben genug vom Trauerspiel um das Kinderkrankenhaus Weißensee. Sie fordern eine umgehende Rückabwicklung des Kaufvertrages.

Vor wenigen Tagen musste die Feuerwehr zum wiederholten Male mit einem Großaufgebot anrücken. Es brannte mal wieder auf dem Gelände des ehemaligen Kinderkrankenhauses an der Hansastraße. Dieses Mal war es ein richtig großes Feuer. Der Dachstuhl eines der Gebäude ging in Flammen auf. 80 Quadratmeter brannten lichterloh. Der Feuerwehr gelang es, den Brand zu löschen. aber sicher wird sie bald wieder ausrücken, wenn sich nicht bald was tut.Das weitläufige Gelände mit den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden ist offenbar ein Abenteuerspielplatz für Vandalen. Das Gelände ist ungesichert, und immer häufiger sind dort Brandstifter unterwegs. In den vergangenen Wochen war die Feuerwehr immer wieder im Einsatz. Dabei sollten auf dem Gelände eigentlich schon längst Bauarbeiten im Gange sein. Zumindest hätte es gesichert sein müssen. Im November 2005 hatte eine Firma MWZ Bio Resonz GmbH das Kinderkrankenhaus vom Berliner Liegenschaftsfonds erworben, berichtet Daniela Billig, BVV-Fraktionschefin von Bündnis 90/Die Grünen. "Bis 2015 sollte hier ein Zentrum für Krebsforschung entstehen."

Seit dem Verkauf sind siebeneinhalb Jahre vergangen. Auf dem Krankenhausgelände herrscht Stillstand. "Die Gebäude sind schutzlos der Zerstörung ausgesetzt", so Billig. Dabei war die neue Eigentümerin mit dem Erwerb des Grundstücks zum Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude verpflichtet. Da nichts passiert, könnte der Liegenschaftsfonds vom Kaufvertrag zurücktreten. Doch dagegen wehrt sich die Eigentümerin mit juristischen Mitteln. "Sie ist nicht willens oder nicht in der Lage, für den Erhalt der Gebäude zu sorgen", so Daniela Billig. Deshalb stellte ihre Fraktion den Antrag, vom Kaufvertrag unverzüglich zurückzutreten und die Gebäude zu sichern. Danach sollte die Liegenschaft neu ausgeschrieben werden. Für diese Verfahrensweise solle sich das Bezirksamt unverzüglich beim Senat einsetzen. Der Ausschuss für Finanzen, Personal und Immobilien soll sich nun noch einmal ausführlich mit dem Antrag beschäftigen.


Bernd Wähner / BW
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