Künstler geben einen Überblick über ihre Arbeit

Rosella Babbino ist eine der Künstlerinnen, die in der Kreativstadt arbeiten. Die Italienerin zeigt ihre Arbeiten in der Gemeinschaftsausstellung. (Foto: BW)

Weißensee. Die Künstler aus der Kreativstadt Weißensee geben mit einer Ausstellung einen Überblick über ihre Arbeit. In der Kunsthalle an der Neumagener Straße 21-29 präsentieren fünfzig Maler, Bildhauer, Modedesigner und Fotografen, was in den vergangenen Monaten in ihren Ateliers entstand.

Die Besucher erhalten dabei einen Überblick über das, was sich in der hiesigen ECC European Creativ City alles tut. Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, entwickelt sich in dem Gebäudekomplex gleich hinter dem früheren Rathaus Weißensee eines der größten Atelierhäuser der Stadt. Vor sieben Jahren bezogen dort die ersten Künstler ihre Ateliers. Inzwischen sind die meisten Räume an Kreative aus allen möglichen Sparten vermietet.

Der ECC-Gebäudekomplex hat bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Er wurde 1939 errichtet und beherbergte zunächst Rüstungsunternehmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte dort die Sowjetische Aktiengesellschaft ihren Sitz. Später zog die Stasi in das Haus, ließ zirka 500 Büroräume einrichten. Nach der Wende nutzte das Finanzamt Weißensee den Komplex, ehe ihn der Immobilienentwickler Peer Pette übernahm. Dieser entwickelte für die Gebäude das Konzept einer Kreativstadt. Vorbild ist für ihn die internationale Kulturproduktionsstätte Baumwollspinnerei in Leipzig.

Unter anderem vermietete er Räume an Werbefirmen, eine Schauspielschule, an Tonstudios und an Internetfirmen. Größte Nutzergruppe sind allerdings bildende Künstler. Sie kommen aus insgesamt zwanzig Ländern. Durch diese internationale Mischung entstand im Atelierhaus eine besondere Atmosphäre, die die Künstler lieben. Die Ateliers, in denen sie arbeiten, sind zwanzig beziehungsweise vierzig Quadratmeter groß. Sie haben hohe Decken, und man hat in ihnen durch die großen Fenster gute Lichtverhältnisse. Etliche internationale Künstler nutzen das Atelierhaus, um erst einmal Fuß in Berlin zu fassen. Manche kommen aber auch mit einem Stipendium und bleiben nur eine gewisse Zeit.

Mehr zu den Künstlern im ECC ist in der Ausstellung in der Kunsthalle zu erfahren. Diese ist am 28. Dezember und am 4. Januar von 17 bis 19 Uhr sowie am 29. Dezember und am 5. Januar von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Wer mehr über das große Weißenseer Atelierhaus wissen will, kann sich im Internet auf www.kreativstadt-weissensee.de informieren. Mehr zur Ausstellung ist auf www.ecc-network.de zu erfahren.

Bernd Wähner / BW
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