Bürgermeister Müller hält an Kongressnutzung fest

Zu nützlich zum Vergammeln: Nur mit intaktem ICC kann man Großkongresse in der Stadt auf Dauer halten. (Foto: Schubert)

Westend. Einkaufswelt oder klassische Bestimmung? Michael Müller will beim Neustart des ICC zwar auch private Interessenten einbeziehen. An der Hauptverwendung als Kongresszentrum soll sich aber nichts ändern.

Als im vergangenen April der City Cube Premiere feierte, da sprach Klaus Wowereit als damaliger Regierender Bürgermeister noch von einer Ablösung für das ICC. Dessen Zukunft schien nach der Stilllegung nur noch durch Einquartierung von großräumigem Einzelhandel lohnend.

Doch Wowereits Nachfolger Michael Müller schlug nun in einem Interview mit der Berliner Morgenpost andere Töne an. "Wenn die These der Messe stimmt, wonach wir mehr Kongressfläche brauchen, ist es dann wirklich klug, eine Fläche nach der anderen neu zu bauen und einen bestehenden Bau verrotten zu lassen?", stellte er eine rhetorische Frage. Lieber möchte Müller Kongressflächen im einst 1 Milliarde D-Mark teuren, mehrfach preisgekrönten ICC bündeln. Zugleich schließt er nicht aus, dass das ICC zugleich auch für andere Verwendungszwecke taugt. "Möglicherweise brauche ich nicht alle Flächen, sondern kann Teile Privaten überlassen, zum Beispiel für ein Hotel. Schon sinkt der Anteil öffentlicher Investitionen", heißt es im Interview.

Auf Zustimmung stößt diese Äußerung bei der Charlottenburger Grünen-Abgeordneten Nicole Ludwig, die zu einer raschen Entscheidung drängt.

Berlin könne derzeit nicht mehr alle Kongressanfragen bedienen: "Insbesondere wenn es um 2500 und mehr Teilnehmer geht. Also die attraktiven Großkongresse, die Kaufkraft in die Stadt bringen", meldete sich Ludwig zu Wort. "Berlins Kongressmarkt wird langfristig geschädigt, wenn nicht schnell eine Perspektive geschaffen wird."

Welche Zukunft das "Raumschiff" am Messedamm tatsächlich hat, dürfte im März feststehen. Dann erwartet der Senat ein Gutachten, das überprüft, in wiefern ein Shoppingcenter im ICC die schon bestehenden Einzelhandelsknoten schädigen könnte. Längst festgelegt haben sich parteiübergreifend alle BVV-Politiker des Bezirks: Einen Umbau zur Mall lehnen sie strikt ab.


Thomas Schubert / tsc
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