Wipptier und Wackelbrücke: Spielplatz am Spandauer Burgwall saniert und neu gestaltet

... schon fast oben. Gleich geht's ab auf die Rutsche. (Foto: Berit Müller)
Berlin: Spielplatz Spandauer Burgwall |

Spandau. Wo die Zitadellenstadt ihren Ursprung hat, am Spandauer Burgwall, steht jetzt wieder eine Festung. Die ist allerdings aus Holz und wird nur von Kindern gestürmt. Denn sie gehört zu einem runderneuerten Spielplatz.

Zuerst geht’s rein in die Kletterburg, dann rauf auf die Rutsche und rasant hinunter. Das Ganze in flottem Tempo und gleich drei-, viermal hintereinander. „Hui“ und „Komm, mach das auch mal“, tönt es dabei über den Spielplatz. Dann entdecken die Kleinen, dass es noch viel mehr Spannendes gibt. Wackelbrücke und Wipptier, Nestschaukel, Kletterstämme und Hängeseile werden denn auch ausgiebig getestet – und für gut befunden. Der Dauerniesel stört die Kinder dabei überhaupt nicht.

Nach drei Monaten Bauzeit hat Stadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) Anfang Dezember den erneuerten Spielplatz am Spandauer Burgwall wiedereröffnet. Die Anlage war in die Jahre gekommen, eine Sanierung dringend nötig. Etliche Geräte hatte das Bauamt schon lange gesperrt oder abgebaut – zeitgemäß waren die ohnehin nicht mehr.

Im Frühjahr 2014 startete die Gesellschaft für Sport und Jugendarbeit (GSJ) daher eine Umfrage in drei benachbarten Kitas. Die Mädchen und Jungen durften mitbestimmen, wie sie ihren Spielplatz künftig haben wollen. Und vor allem, was drauf gehört. Den Bezug zum historischen Standort setzte die bauausführende Firma Weiß-Grün auf Wunsch des Bezirksamts um. „Wir befinden uns hier ja an einer ganz besonderen Stelle“, sagt Stadtrat Röding. „Die Slawenburg, die einmal hier stand, gilt als Spandaus Ursprung.“

In der Tat: Um das Jahr 800 herum befand sich auf zwei Havelinseln am Spandauer Burgwall eine kleine Siedlung, ein Eiland war bereits zur Burg ausgebaut. Erst mehr als 300 Jahre später zogen die Urspandauer ins Gebiet der heutigen Altstadt um – weil sie mehr Platz brauchten, als die Inseln zu bieten hatten. Auch der Handelsweg lag näher am neuen Domizil.

Das Thema des Burgwalls und der Slawensiedlung findet sich nun überall auf dem Spielplatz wieder: Quasi im Wasser steht die Kletterfestung. Um nasse Schuhe und Gefahren zu vermeiden, hat die Baufirma den Graben mit Tiefblau gefärbten Holzhäckseln gefüllt. Am Siedlerhäuschen nebenan vorbei führt die Wackelbrücke in einen Kletterwald mit etlichen Elementen aus Seil, Holz und Metall, die im Design an die historische Siedlung erinnern und an denen sich vor allem herrlich herumturnen lässt. Geschnitzte Krieger, Wippschwein und Wasserpumpe komplettieren das Siedlerdorf.

250.000 Euro hat sich der Bezirk das neue Schmuckstück am Spandauer Burgwall kosten lassen. Der Spielplatz bietet den Kindern aus dem Wohngebiet jetzt außerdem 200 Quadratmeter mehr zum Toben als zuvor. bm
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