Martin Schulz zu Besuch in der Carlo-Schmid-Schule

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz (l.) sieht sich auf Einladung von Swen Schulz (2.v.l.) nicht nur die Textildruckwerkstatt der Carlo-Schmid-Oberschule an. (Foto: Christian Schindler)
Berlin: Carlo-Schmid-Oberschule |

Wilhelmstadt. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat am 29. Juni auf Einladung des Spandauer SPD-Bundestagsabgeordneten Swen Schul die Carlo-Schmid-Oberschule besucht.

Nicht die Verbindung zum sozialdemokratischen Namensgeber der Schule, dem SPD-Politiker und Staatsrechtler Carlo Schmid (1896-1979), war es, die den Spandauer Schulz dazu bewog, Schulz in die Bildungseinrichtung zu holen: Die Carlo-Schmid-Oberschule, integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe, zeige, dass Bildung auch in der Wirklichkeit ein Synonym von Erfolg sein kann, und das nicht nur in Sonntagsreden.

Längst ist die gut 1000 Schüler starke Einrichtung „überfragt“, das heißt, es werden mehr Schüler angemeldet, als aufgenommen werden können. In Spandau hat sich herumgesprochen, dass hier bis zu 45 Prozent der Mittelstufenschüler eine Empfehlung fürs Abitur bekommen. Die Sprachwerkstatt der Schule gilt berlinweit als Vorbild, die Schulinspektion lobt vor allem die konsequente Profilierung in Naturwissenschaft und Musik.

Wirtschaftsleben live

In den Schulfirmen erleben die Schüler schließlich, was es im richtigen Wirtschaftsleben so braucht. Von dort kam auch das Gastgeschenk an den Kanzlerkandidaten: In der Textildruckwerkstatt gab es ein rotes T-Shirt mit Schulz’ Namen.

Doch auf dem Weg zum Gastgeschenk führte Schulleiterin Bärbel Pobloth ihren politischen Gast auch durch die Schattenseiten des Schulalltags. Auf den Weg in die Werkstatt musste Schulz quasi durch eine Baustelle. Die Deckenverkleidungen sind abgenommen, die Rohre liegen frei. Dabei wurden schon 2015 Mittel beantragt, um die nach einem Brandschutzgutachten festgestellten Mängel zu beseitigen und vielen Räumen eine bessere Akustik zu bescheren. Die Arbeiten kosten insgesamt knapp 2,5 Millionen Euro, von denen das Land Berlin 1,5 Millionen Euro aus Mitteln der Sozialen Stadt beisteuert. Die restliche Million steuert der Bezirk bei. Das passt auch in Schulz’ Konzept, mehr Geld in Bildung zu investieren.

"Völlig überfordert"

Doch trotz des grünen Lichts für den Geldfluss hakt es. Bürgermeister und Bildungsstadtrat Helmut Kleebank (SPD): „Das beauftragte Planungsbüro war mit der Koordinierung der Arbeiten völlig überfordert.“ Im November 2016 kündigte das Bezirksamt dem Planungsbüro, musste dann aber erst einmal eine Bestandsaufnahme vornehmen lassen, was schon getan wurde und was nicht. Jetzt soll es weitergehen, schon seit Februar steht ein Container mit vier Unterrichtsräumen auf dem Gelände, damit es in mehreren Schulräumen auch während des Unterrichts Baufreiheit gibt. Gleichwohl wird alles noch bis 2018 dauern. CS
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