Richtfest am Neubau der Rentenversicherung

Ein Jahr nach der Grundsteinlegung steht der Rohbau. Die Deutsche Rentenversicherung feierte Richtfest. (Foto: Thomas Schubert)

Wilmersdorf. Grünanlagen auf dem Dach, Schalldämpfer in den Büros: Das neue Haus der DRV Bund prägt die Eisenzahnstraße wie kein anderes. Rund 1000 Mitarbeiter finden in diesem Bauwerk Platz. Und einer der größten Arbeitgeber im Südwesten Berlins konzentriert seine Organe an einem Ort.

Wer auch immer in Deutschland einen Rentenbescheid erhält - es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Schreiben in Wilmersdorf Gestalt annahm. Angesichts des Richtfestes am neuen Standort Eisenzahnstraße gilt das erst recht. Ein ganzes Dorf an Bediensteten beherbergt die DRV Bund im Bereich am Fehrbelliner Platz schon aus Tradition. Von den 17 000 Mitarbeitern bundesweit, erklärt Direktor Herbert Schillinger, sitzen im Ortsteil rund die Hälfte. Nun, da mehrere Einrichtungen an der Eisenzahnstraße unter ein großes gemeinsames Flachdach gelangen, wird die Bedeutung des Ortsteils nochmals gestärkt.

Das gilt auch optisch: Einer 140 Meter langen Front sind fünf Seitenflügel angehängt - von 30 000 Quadratmetern Fläche ist die Rede. Die Kosten: 77 Millionen Euro.

Wer einen Gang durch die fertiggestellten Musterbüros im Neubau unternimmt, stellt fest: Die Konstruktion ist von sehr kompakter Natur. Durch niedrige Zwischenwände getrennt, verrichten die Mitarbeiter ihren Dienst auf engem Raum. Und was sie sagen, dringt dennoch nur gedämpft an fremde Ohren - der schallaufnehmenden Oberflächen der Trennwände sei dank. Dienst am Kunden soll so effizient gelingen wie nie zuvor. "Finanziert wurden wir von den Versicherungsnehmern", sagt Bauvorstand Günter Bouwer. "Also versprechen wir, unsere Dienstleistung noch besser zu machen."

Dienst am Kunden, das lässt sich auch bildhaft verstehen. Blicken sie aus dem Fenster, erhalten die Bürokräfte symbolische Eindrücke ihrer Arbeit: Alle Lebensalter, von der Kindheit bis zur Zeit des Ruhestands, führen ihnen Objekte demnächst vor Augen. Ermunternd wirken auch grüne Oasen in den Höfen und auf dem Dach.

"Herausfordernd" nennt Bouwer die Zusammenarbeit mit dem Bezirk, der den Gestaltungsspielraum mit klaren Vorgaben begrenzte. Denn für Anwohner ist der neue Nachbar ein möglicher Unruhefaktor. Indem die Postzufahrt auf der Rückseite entstand, ist das größte Lärmrisiko jedoch entschärft. Neben der Poststelle beherbergt der Neubau ab Sommer 2015 auch die IT-Experten der DRV. Die Punktlandung beim Zeitrahmen und den Kosten scheint nach jetzigem Stand zu glücken.

Ein wenig neidisch blickt Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD), dessen Bezirksamt gleich nebenan beim Lehrzug des Rathauses Wilmersdorf in Platznot gerät, auf den Verwaltungsbau am Puls der Zeit. Seine Planer haben mit verwinkelten Altbauten und begrenzten Deckentraglasten zu kämpfen. Und Naumann gibt zu: "Wir hätten auch gerne neu gebaut."


Thomas Schubert / tsc
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