FDP will interaktive Karte zu Informationsstelen und Gedenktafeln

Steglitz-Zehlendorf. Zahlreiche Informationsstelen und Gedenktafeln weisen im Bezirk auf historische und kulturelle Ereignisse hin. Jetzt gibt es Pläne, eine interaktive Karte für mobile Endgeräte zu entwickeln.

Am Gymnasium Steglitz hängt eine Gedenktafel, die an die 1901 gegründete Wandervogel-Bewegung erinnert, in der Wilskistraße steht eine Stele, auf der über den Zehlendorfer Dächerkrieg in den 1920er-Jahren nachzulesen ist. Kultur- und historisch Interessierte finden die Infos zu den 25 Stelen und den 77 Gedenktafeln auf der Internetseite des bezirklichen Kulturamtes.

Die FDP-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung macht sich für eine interaktive Karte dieser Erinnerungsorte stark – eine handliche Version, die jeder auf dem Smartphone per App bei sich haben kann.

„Die interaktive Karte soll neben der geografischen Lage und den Infos zu den Stelen und Tafeln auch Fotos enthalten“, sagt Kay Ehrhardt, Fraktionsvorsitzender der FDP. „Steglitz-Zehlendorf soll zu einem Bezirk gemacht werden, in dem Geschichte hautnah erlebbar wird.“ Dazu tauge die vorhandene Internetseite wenig, sie sei nicht sehr nutzerfreundlich, und es gebe keine mobile Ansicht. „Der optische Eindruck wirkt insgesamt aus der Zeit gefallen.“

Um gerade auch junge Menschen für die Bezirksgeschichte zu interessieren, brauche man eine zeitgemäße Präsentation. „Jugendliche sollten einbezogen werden, sie könnten nach ihren Vorstellungen einer solchen interaktiven Karte gefragt werden“, sagt Ehrhardt.

Langfristig soll auch Raum für Ergänzungen und Erweiterungen bereit gehalten werden, um zum Beispiel Ausflugstipps, Tourenvorschläge und Freizeitangebote einsehbar zu machen, auf Sehenswürdigkeit, Museen und sogar Restaurant könnte hingewiesen werden. „Der Bezirk hat mit dieser Karte die Möglichkeit, eine Vorreiterrolle in Berlin einzunehmen“, erklärt Ehrhardt.

Bleibt die Frage nach der Finanzierung. Das Projekt muss erarbeitet, anschließend eine App erstellt werden. Allein dafür sind bis zu 7500 Euro zu bezahlen. Da die Bezirkskassen leer sind, sollen zur Finanzierung der interaktiven Karte Drittmittel herangezogen werden. Geld könnte beispielsweise aus einem EU-Topf kommen. uma
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