Anwohner wollen Fläche weiter als Veranstaltungsort

Die Bäume sind schon weg. Oliver von Zapfe fürchtet nach der Einrichtung des Fußballplatzes um die Festwiese. (Foto: M. Schmidt)

Zehlendorf. Auf der Freifläche an der Sven-Hedin-Straße soll ein weiterer Sportplatz entstehen. Anwohner fühlen sich zu spät informiert. Die Fußballer von Hertha 03 freuen sich jedoch.

Noch sieht es wüst und leer aus auf dem Gelände an der Sven-Hedin-Straße in Zehlendorf. Dort, zwischen Onkel-Tom-Straße und Hartmannsweiler Weg gibt es große Flächen und Hallen, die fast alle für Sport genutzt werden. Nur an der Ecke zur Onkel-Tom-Straße gibt es bislang ein unbebautes Gelände, das für Zirkus und die alljährlichen Ritterspiele freigehalten wird. Doch damit soll es bald vorbei sein. Hier entsteht ein neuer, voraussichtlich 1,2 Millionen Euro teurer Fußballplatz. Das neue Spielfeld wird mit Kunstrasen, Beleuchtung und einen sechs Meter hohem Maschendrahtzaun hinter den Toren ausgestattet.

Oliver von Zapfe aus der Nachbarschaft ist gegen die Umwandlung in einen Sportplatz. "Nach der Bebauung der Truman Plaza gibt es dann keinen Platz für Volksfeste mehr", sagt der 42-Jährige. Er kritisiert auch die aus seiner Sicht unzureichende und späte Bürgerbeteiligung.

Die zuständige Bezirksstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) weist den Vorwurf zurück. "Wir können Anwohner erst dann informieren, wenn die Planungen fertig sind, also zeitnah", erklärt die Sportstadträtin. Und laut dem Leiter des Sportamtes, Klaus Sonnenschein, brauchte die Verwaltung die Anwohner gar nicht zu informieren. "Der Grund war immer als Sportfläche vorgesehen", sagt er. Außerdem blieben zudem immer noch mehr als 6000 Quadratmeter für Zirkus und Ritterspiele übrig.

Oliver von Zarpfe hat inzwischen eine Initiative gegen die Umwandlung der Freifläche gegründet. Er bezweifelt die Notwendigkeit neuer Sportanlagen. "Das wäre der siebte Sportplatz hier", sagt von Zapfe.

Der Bedarf sei durchaus vorhanden, entgegnet die Stadträtin. "Wir haben nach wie vor eine Unterdeckung bei den Sporthallen und Plätzen." Sie liegt bei 60 Prozent.

"Wir brauchen den Platz", sagt auch Michael Stüwe-Zimmer von Hertha 03. "Wegen des hohen Andrangs haben wir schon Aufnahmestopp. Es gibt mehr als 300 Kinder, die gern bei uns spielen würden", so der Geschäftsführer.


Martinus Schmidt / mst
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