Onkel Toms Tafel bringt Nachbarschaft zusammen

Der fünfjährige Vincent hatte Spaß beim Bemalen der Kübel. (Foto: Martin)
 
Schön bunt: Die Kinder hatten Spaß beim Bemalen der Pflanzenkübel. (Foto: Martin)

Zehlendorf. Ein paar Farbdosen und eine Handvoll Kinder, mehr war nicht nötig, um die grauen Pflanzenkübel auf dem Vorplatz des U-Bahnhofs Onkel Toms Hütte in bunte Design-Unikate zu verwandeln. Die Initiative Zukunftskiez Onkel Toms Hütte hatte am 16. August zur Aufräum- und Verschönerungsaktion eingeladen, und die Anwohner kamen, um tatkräftig im Mini-Stadtgarten zu werkeln.

Bevor die Kinder Blumen, Sonnen und Dinos auf die Kübel malen konnten, jäteten die Erwachsenen Unkraut und harkten die Erde. Die Aufräumaktion lief im Rahmen des Sommerprogramms Onkel Toms Tafel: Jeden Sonnabend von 10 bis 14 Uhr bieten die Geschäftsinhaber aus der Ladenstraße im U-Bahnhof Kaffee, Kuchen und Herzhaftes, Gespräche und Musik. Immer dabei: Michael Krüger mit seiner Bluesgitarre. Die Tafel läuft im zweiten Jahr. Zwar war an den vergangenen heißen Sonnabenden nicht so viel los, aber Dieter Aßhauer ist ganz zufrieden: "Die Aktionen sprechen sich herum, es entstehen Netzwerke." So ist beispielsweise die Nachbarschaftinitiative der Villa Mittelhof regelmäßig vertreten.

Aßhauer ist vom Standortmanagement des Onkel Toms Vereins, der im Dezember 2013 mit dem Ziel gegründet wurde, die Ladenstraße als Nahversorgungszentrum neu zu beleben und attraktiver für die Anwohner zu machen. Unterstützt wird das Projekt von der Wirtschaftsförderung des Bezirksamtes. "Wir hatten schon großen Erfolg, konnten im Frühjahr fünf neue Mieter gewinnen, es gab keinen Leerstand". Wichtig sei die Mischung, "wir wollen hochwertige Nischen besetzen", sagt Aßhauer. Zu den fünf Neuen gehören unter anderem eine Designerin für Kinderkleidung, eine Kaffeerösterei und ein Fahrradladen. Auch neu: Der Blumenladen bietet jetzt einen Gartengeräte-Verleih an.

Passt zum Thema Betonkübel. Die hatte sich Julia Käsmeier im Mai vorgenommen. Gemeinsam mit einigen Mitstreitern pflanzte sie Obst und Gemüse, gründete die Initiative Zehlenwandel (die Berliner Woche berichtete). Erdbeeren und Zucchini, Radieschen oder Mangold ernten darf jeder, Unkraut jäten auch. Die Idee, die dahinter steckt, geht aber viel weiter: "Wir wollen einen Gemeinschaftsgarten in der Nähe gründen", sagt Käsmeier, "für alle, die keinen eigenen Garten haben." Saisonal und regional soll gepflanzt und geerntet werden. Demnächst plant sie gemeinsam mit anderen Interessierten eine Fahrradtour zu einigen Flächen, die für einen großen Garten in Frage kommen könnten, dann muss nur noch das Tiefbauamt des Bezirks zustimmen.

Onkel Toms Tafel gibt es noch drei Mal, bis 6. September. Am nächsten Sonnabend, 23. August, hat ein Kostüm-Verleih für Kinder seinen Besuch angekündigt. Ob die Tafel im nächsten Sommer wieder aufgebaut wird? "Das überlegen wir noch", sagt Aßhauer. Zunächst geht es im Oktober an den Vorplatz, den die BVG umgestalten will. Dabei werden zwar die bepflanzten Kübel entfernt, in Planung ist aber ein Hochbeet. Und ab dem nächsten Frühjahr soll es freitags einen Wochenmarkt vor der Ladenzeile geben.


Ulrike Martin / uma
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.