Der Förderverein will an der IGA 2017 teilnehmen

Idyll oder Touristenattraktion? Ob Ober- und Orankesee ein Teilprojekt der IGA 2017 werden sollen, ist bislang noch strittig. (Foto: Wrobel)

Alt-Hohenschönhausen. Am 13. April 2017 beginnt die Internationale Gartenausstellung (IGA) auf dem Ausstellungsgelände der "Gärten der Welt" in Marzahn-Hellersdorf. Vereine und Initiativen aus den Berliner Bezirken können sich als Außenstelle der Gartenschau bewerben.

. "Noch bis Dezember diesen Jahres können Vereine und Initiativen ihre Konzepte einreichen, um Teil der IGA 2017 zu werden", sagt Christian Gräff, Stadtrat für Wirtschaft und Stadtentwicklung in Marzahn-Hellersdorf und Aufsichtsrat der Internationalen Gartenausstellung 2017 Berlin GmbH. So sollen alle zwölf Berliner Bezirke mit besonderen Parkanlagen und Grünflächen an der Gartenausstellung teilnehmen.

Grüne Perlen hat dabei auch der Bezirk Lichtenberg zu bieten. So bereitet derzeit der Förderverein Obersee und Orankesee seine Bewerbung für die IGA 2017 vor. "Das 18 Hektar große Gebiet rund um den Obersee und Orankesee soll als Seenpark Teil der Gartenausstellung werden", sagt Jörg Ritter, Vorsitzender des Fördervereins. Welche Vorteile und Nachteile diese Teilnahme hätte, das diskutierten Anwohner zusammen mit Jörg Ritter, dem Hohenschönhausener Abgeordneten Danny Freymark (CDU) und den Verantwortlichen der IGA 2017 bei einer Bürgerversammlung am 24. September.

Seit seiner Gründung im Jahr 2005 setzt sich der Förderverein Obersee und Orankesee für die landschaftliche Pflege der im Jahr 1911 angelegten Parkanlagen rund um den Obersee ein. Dafür schob der Verein 2006 sogar einen studentischen Architekturwettbewerb an, bei dem die Parkelemente neu geplant wurden. Unter dem Titel "Seenpark" soll die Anlage behutsam gestaltet, die Ideen aus dem studentischen Wettbewerb umgesetzt werden. Allein dafür fehlte bislang das Geld. Jetzt hofft der Verein mit dem Markennamen der IGA 2017 die für die Umsetzung nötigen Sponsoren heranzuholen. Denn Geld vom Land Berlin oder von der IGA selbst wird es für die Verwirklichung der Außenstellen-Projekte nicht geben. Wie viel für die Investition gebraucht würde, darüber wollte Ritter keine Angaben machen. Er versicherte jedoch: "Landschaftliche Eingriffe wird es nicht geben." Bei den "Seenpark"-Plänen des Fördervereins handele es sich weniger um eine Neugestaltung, denn vielmehr um eine Pflege im Bestand des Parks. "Der Rosengarten soll mehr Pflege bekommen, der Biergarten wiederbelebt werden und auch die Beleuchtungssituation im Park könnte verbessert werden", beschreibt der Fördervereinsvorsitzende die geplanten Maßnahmen für die Teilnahme an der IGA.

Die Anwohner indes zeigen sich von der möglichen Teilnahme ihrer Region an der IGA 2017 wenig begeistert. Mit dem Zulauf der Touristen befürchten sie eher, dass der Park überlaufen wird. "Der Park sollte Nebensache bleiben", so die Meinung einer Anwohnerin. Tatsächlich bekommen die Pläne des Fördervereins ohnehin Konkurrenz, und zwar vom Bezirk Lichtenberg selbst. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen, den Landschaftspark Herzberge als Außenstelle der Internationalen Gartenausstellung zu etablieren.

Hier könnte die Teilnahme an der IGA eine weitere Entwicklung der Fläche für die extensiv genutzte Landwirtschaft ermöglichen. Aktuell bemüht sich der Bezirk dafür um EU-Gelder. Angeschoben ist auch bereits die Ausweisung des Gebiets als Landschaftsschutzgebiet.


Karolina Wrobel / KW
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