Grün Berlin arbeitet am Masterplan für den Spreepark

Christoph Schmidt von Grün Berlin will das alte Riesenrad unbedingt erhalten. (Foto: Ralf Drescher)
 
Für viele Bauten auf dem Gelände gibt es keine Pläne. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Spreepark |

Plänterwald. Seit zwei Jahren ist der frühere Spreepark wieder in der Verfügungsgewalt des Landes Berlin. Derzeit wird aufgeräumt, es gibt Pläne für eine neue Nutzung. Ein Besuch vor Ort.

Christoph Schmidt, Geschäftsführer der Grün Berlin GmbH, steuert zielgerichtet das Riesenrad an. Passend zum Termin dreht es sich kurz knarzend und quietschend im Wind. „Wir haben Kontakt zum holländischen Hersteller aufgenommen und lassen prüfen, ob das Riesenrad überholt und wieder in Betrieb gesetzt werden kann. Es wäre schön, wenn es sich wieder mit Besuchern an Bord drehen würde. Falls das technisch nicht möglich ist, werden wir es sichern und als Ortsmarke erhalten“, sagt er. Ein Rummel wie zu DDR-Zeiten oder später unter Regie der Familie Witte soll der Spreepark nicht mehr werden. Trotzdem will Christoph Schmidt versuchen, weitere Kinderkarussells und auch die kleine Parkeisenbahn in die neue Gestaltung einzubeziehen.

Zum ersten Mal gesehen hat der Grün-Berlin-Chef, der von Hause aus Landschaftsarchitekt ist, Riesenrad und Spreepark von Weitem, von der Rummelsburger Bucht aus. Da war er nämlich vor rund 20 Jahren beim Aufbau der Wasserstadt Rummelsburger Bucht dabei. Als es vor zwei Jahren erste Verhandlungen zwischen Liegenschaftsfonds und Grün Berlin gab, waren Schmidt und seine Kollegen zuerst skeptisch. Sie haben dann unter anderem den Landschaftspark Duisburg besichtigt. Dort sind die Ruinen eines Hüttenwerks in die Gestaltung einbezogen worden. „Das hat uns überzeugt, auch im Plänterwald etwas Sinnvolles gestalten zu können“, sagt Geschäftsführer Schmidt.

Derzeit wird am Masterplan für den früheren Spreepark gearbeitet. Darin einbezogen werden Landschaftsplaner, Szenographen, Kultur- und Tourismusexperten. Bis März 2017 soll der Masterplan fertig sein. Um Anwohner und künftige Nutzer einzubeziehen, wird es Anfang Juli vor Ort eine öffentliche Dialogveranstaltung geben. Neben Gesprächsrunden sind dafür Führungen über das Areal und Workshops geplant.

Für erste Aufräumarbeiten und die Sicherung des Areals hat das Land Berlin drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Davon müssen auch die Müllberge am früheren Personaleingang beseitigt und Verkehrssicherheit hergestellt werden. Für viele Bauten auf dem Gelände, darunter auch die Reste des Englischen Dorfes, gibt es keine Bauunterlagen. Wenn die Statik nicht belegt werden kann, kommt nur der Abriss in Frage. „Wir prüfen auch bereits die technische Infrastruktur und lassen den Zustand der Stromleitungen und der Anschlüsse für Wasser und Abwasser klären“, sagt Geschäftsführer Christoph Schmidt. Erste Teile des Parks sollen schon in einigen Monaten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Der Park war 1969 als Kulturpark Plänterwald eröffnet worden, im einzigen Freizeitpark der DDR drehten sich auch Fahrgeschäfte aus dem Westen, darunter das 45 Meter hohe Riesenrad. Nach der Wende wurde der Park erweitert und von der Schaustellerfamilie Witte übernommen, die 2001 Insolvenz anmeldete. Seitdem verwilderte das rund 30 Hektar große Areal. RD
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