Bürgerinitiative gibt sich aber mit erstem Teilerfolg nicht zufrieden

Buch. Ein Teil der an der Stettiner Bahn wohnenden Anwohner kann darauf hoffen, dass schon bald mit der Lärmsanierung an den Bahngleisen begonnen wird.

Das war eine der positiven Nachrichten, die die Teilnehmer des BINO-Forums "Das Maß ist voll" aus der Festscheune des Künstlerhofs Buch mitnehmen konnten. Zur "Bürgerinitiative Berlin Nord/Ost - gesund leben an der Schiene" (BINO) schlossen sich vor fünf Jahren Anwohner aus Blankenburg, Karow und Buch zusammen. Sie wollten nicht länger hinnehmen, dass die Deutsche Bahn nichts gegen den stetig zunehmenden Zuglärm unternimmt. Der Lärmpegel wächst stetig, weil der Güterverkehr auf den Schienen zunimmt. Vor allem nachts raubt der Lärm vielen Anwohnern den Schlaf. In den vergangenen Jahren haben die Mitglieder der BINO mit Bürgerforen, Protestaktionen und viel Engagement zahlreiche Politiker für ihr Anliegen sensibilisiert. Die Forderung, dass die Deutsche Bahn endlich in die Sanierung der Bahnstrecke investieren soll, wurde immer lauter.

Bislang konnte das Unternehmen laut geltendem Recht nicht dazu gezwungen werden. Der Bahnabschnitt zwischen Blankenburg und Bernau gilt als Bestandsstrecke. Nur bei Neubau kann die Bahn zu Schutzmaßnahmen verpflichtet werden.

Doch nun wird der Gleisabschnitt zwischen Blankenburg und Karow als Neubaustrecke behandelt. Die Bahn möchte dort ein zweites Gleis verlegen und acht Brücken sanieren. Dafür ist ein Planfeststellungsverfahren nötig. Das ist inzwischen eingeleitet, und es sieht auch den Bau von Lärmschutzwänden vor. Etwa in zwei Jahren soll Baubeginn sein. Doch die BINO sieht sich noch nicht am Ziel. Sie setzt sich dafür ein, dass die ganze Strecke einen Lärmschutz erhält. Dank der Unterstützung des Pankower Bezirksamtes und der Gemeinde Panketal wurden in vergangenen Monaten von der BINO Lärmmessungen entlang der Stettiner Bahnstrecke durchgeführt. Dabei überschritt der Lärm deutlich die Grenzwerte. Ein Hinauszögern der Lärmsanierung zwischen Karow und Bernau um zehn Jahre, wie es die Bahn vorhat, sei unverantwortlich. Deshalb fordert die BINO von den Politikern Gesetze, die allen Bürgern den notwendigen Gesundheitsschutz garantieren.


Bernd Wähner / BW
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