Achte SOS-Edition ist erschienen

Geschäftsführer Wilfried Vyslozil, die Leiterin des Berliner Büros Sabine Conquest und Emmanuel Guiragossian mit der achten SOS-Edition. (Foto: Wecker)

Charlottenburg. Jährlich erscheinen zwei neue SOS-Editionen von Künstlern zugunsten eines SOS-Kinderdorfes im jeweiligen Herkunftsland des Künstlers. Die neue SOS-Edition wurde von Emmanuel Guiragossian aus dem Libanon geschaffen, der damit das SOS-Kinderdorf in Kfarhay unterstützt.

Die Edition ist in den Ausstellungsräumen der SOS-Kinderdörfer weltweit in der Gierkezeile 38 zu sehen. Die Ausstellung wird mit Fotografien ergänzt, die der Kabarettist Dieter Nuhr auf seiner jüngsten Reise zu den SOS-Kinderdörfern im Libanon gemacht hat.Emmanuel Guiragossian ist der Sohn des Expressionisten Paul Guiragossian. Er stammt aus einer Familie von Musikern, Ikonen- und Kunstmalern und gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen libanesischen Künstlern. Er hatte weltweit bereits zahlreiche Einzelausstellungen und gründete das erste Museum für zeitgenössische Kunst im Libanon. Bei seinem Besuch im SOS-Kinderdorf Kfarhay war der Künstler von der Arbeit der SOS-Mütter, die den Kindern viel Liebe und Geborgenheit geben, zutiefst beeindruckt. Bewegt von den Schicksalen der Kinder sagte er: "Ich möchte für diese Kinder wie ein Vater sein und sie mit meiner Kunst unterstützen."

Bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges 1975 war der Libanon eine der am weitesten entwickelten Wirtschaftsmächte der Region. Der Bürgerkrieg und die israelische Invasion von 1982 zerstörten die Wirtschaft und verhinderten Investitionen. Die Bevölkerung verarmte. Am meisten leiden darunter die etwa 1,3 Millionen Kinder unter 18 Jahren. Schätzungsweise 100 000 Kinder und Jugendliche müssen Zwangsarbeit verrichten und viele von ihnen gehen nicht zur Schule. Mädchen werden häufig von ihren Eltern genötigt, als Hausangestellte zu arbeiten.

Die SOS-Kinderdörfer arbeiteten auch während des Krieges. Derzeit wird rund 2200 libanesischen Kindern mit den Programmen der SOS-Kinderdörfer geholfen, weltweit sind es etwa zwei Millionen Kinder. Zur Hälfte kommen die Spenden aus Deutschland.

Die Ausstellung ist bis zum 29. März 2013 zu sehen. Sie ist montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Frank Wecker / FW
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