Anwohner des Mierendorffplatzes fordern Lösungen

Ein mulmiges Gefühl: Rund um den U-Bahnhof werden Passanten ständig Zeugen von Drogengeschäften und Konsum. (Foto: tsc)

Charlottenburg. Tumult in der Expertenrunde: Eigentlich sollten bei einem Gespräch mit Bezirksamt, BVG und der Polizei Verkehrsprobleme im Mittelpunkt stehen. Aber die Menschen am Mierendorffplatz kämpfen mit Ärgernissen, die schwerer wiegen.

Junkies im Hausflur, die Rhododendronbüsche als Versteck für verbotene Substanzen, Heroinspritzen auf den Treppen. Was das mit der Diskussion über Verkehrsprobleme am Mierendorffplatz zu tun hat? Zum einen geschehen diese Drogendelikte am gleichen Ort. Zum anderen wussten es die Teilnehmer des Gesprächs zu nutzen, dass an diesem Abend namhafte Ansprechpartner für ihre Ärgernisse greifbar waren.

Mit Gerd Freitag von der BVG saß ein Experte in der Runde, um zu Verspätungen der Buslinie M 27 und dem geringen Sicherheitsempfinden im U-Bahnhof Stellung zu nehmen. "Es ist nie jemand von der BVG vor Ort", klagte eine Frau über das Fehlen von Personal. "Leute, die dort unten sitzen und rauchen, spreche ich nicht mehr an. So bedrohlich sind sie." Wie hoch der Wunsch nach einer modernen Videoüberwachung ist, machten die Anwohner sehr deutlich. Die bisherigen erfassen nur einen kleinen Teil des Geschehens. Freitag hingegen kennt noch keinen Termin für den Einbau neuer Kameras. Er warnt auch davor, hohe Erwartungen in sie zu setzen: "Videokameras verhindern keinen Drogenhandel und keine Straftat."

Wie die Polizei mit Meldungen über die Delikte umgeht, darüber herrscht Unzufriedenheit. Jürgen Eder, Dienstgruppenleiter beim Abschnitt 24, stellte sich der Kritik und ermunterte zur noch rascheren Meldung der Delikte. "Eine sehr zeitnahe Meldung ist wichtig", betonte er. "Wählen Sie die 110." Wenn die Kollegen am Telefon aber sagen, sie könnten wegen Personalmangels keine Polizisten schicken, ärgert das auch Eder. "Schreiben Sie an den Polizeipräsidenten und beschweren Sie sich", rät er den Bürgern.

Lösungen zu Verkehrsproblemen gab es schließlich auch zu vermelden. So prüft Baustadtrat Mark Schulte (SPD) zum Beispiel die Errichtung einer Mittelinsel am Goslarer Platz, um dort die Überquerung zu erleichtern. Und zu den Verspätungen auf der Buslinie M 27 hat die BVG bereits eine Maßnahme gestartet: "Die Busse bekommen zur Bewältigung der Strecke mehr Zeit. Denn die Erfahrung unserer Verkehrsplaner zeigt, dass dadurch die Pünktlichkeit steigt", sagt Freitag. Mehr Fahrzeuge zur Verdichtung des Taktes gibt es aber nicht.


Thomas Schubert / tsc
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