Basketballer vom DBV/TuS Li sichern Klassenerhalt

Daniel Hönicke (gelb) vom DBV/TuS Li erzielte gegen die BBC Magdeburg Eagles 17 Punkte. (Foto: Nittel)

Charlottenburg. Diese Saison war nichts für schwache Nerven. Doch am Ende durften die Basketballer vom DBV Charlottenburg/TuS Lichterfelde dann doch den Klassenerhalt in der 1. Regionalliga Nord feiern.

Ausschlaggebend war das letzte Heimspiel, das die Berliner gegen die BBC Magdeburg Eagles in der Sporthalle der Athene-Grundschule in Lichterfelde am 26. März mit 102:76 für sich entscheiden konnten.

Zwar unterlagen die Berliner nur drei Tage später beim Tabellenzweiten SC Itzehoe deutlich mit 61:101. Doch das interessierte am Ende niemanden mehr.

"Die Erleichterung bei den Jungs und auch bei mir war nach dem Erfolg über Magdeburg riesengroß", erklärte Headcoach Axel Rüber. Dabei war seiner noch recht jungen Mannschaft die Nervosität über weite Strecken der ersten Halbzeit deutlich anzumerken: Viele einfache Fehler sorgten dafür, dass die Partie bis zum dritten Viertel spannend blieb. Erst dann zahlte sich die Strategie des Cheftrainers aus, Magdeburgs Antreiber Michael Canty mit enorm viel Druck müde gespielt zu haben. So ging allmählich nicht nur dem Aufbauspieler der Gäste, sondern der gesamten ersatzgeschwächt angereisten Truppe aus Sachsen-Anhalt die Puste aus. "Das war von Anfang an unsere Spielidee", erklärte Rüber. "Wichtig war, dass meine Jungs geduldig geblieben sind. Und am Ende sind wir ja dann auch dafür belohnt worden." Angeführt von Aufbauspieler Jannes Hundt, der 15 Punkte und zehn Assists (Vorlagen) erzielen konnte, sowie Center Daniel Hönicke, der mit 17 Zählern und neun Rebounds glänzte, konnten sich die Berliner absetzen und mit ihren treuen Fans den Klassenerhalt feiern.

Das Ziel der Spielgemeinschaft vom DBV Charlottenburg und dem TuS Lichterfelde besteht darin, aus der sehr guten Nachwuchsarbeit und dem Pool an jungen, talentierten Spielern ein Herrenteam zu formen, das mittelfristig in der 1. Regionalliga nicht nur eine gute Rolle spielt, sondern seinen Blick auch mal weiter nach oben, in die so genannte Pro B richten kann. Doch diese Philosophie bringt auch Probleme mit sich, wie Coach Rüber in dieser Spielzeit erfahren musste: So trainieren die jungen Spieler zur Hälfte bei den Herren, den Rest der Zeit im Nachwuchsteam. "Wenn man bedenkt, dass ältere Akteure wie Daniel Hönicke und Thomas Tripp ohnehin nur bis zu zweimal in der Woche trainieren und dann vielleicht noch nicht einmal an den gleichen Tagen wie die Jungen, dann ist es sehr schwierig, das Zusammenspiel zwischen den Mannschaftsteilen voranzubringen." Wenn dann noch wichtige Spieler wie Thomas Tripp ausfallen, ließ sich das nur schwer kompensieren. "Das Hauptproblem war, überhaupt zehn Leute im Training zu haben, um auch mal Fünf gegen Fünf zu spielen. Deshalb war die Saison - nüchtern betrachtet und trotz des Klassenerhalts - enttäuschend, weil wir letztlich nicht wirklich vorangekommen sind."

Da die Leistungsträger Hönicke und Tripp künftig wohl nur noch sporadisch zur Verfügung stehen werden, hofft Rüber, dass vielleicht der eine oder andere gestandene Spieler nach Berlin gelockt werden kann. "Natürlich ist der Weg, auf die Jugend zu setzen, der einzig richtige. Und Jungs wie Jannes Hundt, Thabo Paul oder Daniel Przydryga sind für ihr Alter schon richtig gut und werden sich weiter entwickeln. Aber wir benötigen auch ein paar erfahrene Spieler." Dem Verein müsse es kurz- bis mittelfristig gelingen, sich für Akteure von außen noch attraktiver zu machen und dadurch auch die jungen Spieler zu binden. Rüber abschließend: "Wenn das nicht gelingt, wird es vermutlich jedes Jahr nicht mehr sein als der Kampf gegen den Abstieg."


Michael Nittel / min
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