Berliner Erfolgsgeschichte: 50 Jahre Getränke Hoffmann

„Auch Getränke können sexy sein“, findet Geschäftsführer Mario Benedikt. (Foto: sabka)
 
In den 80er-Jahren überall im Westteil der Stadt präsent: die Lieferwagen von Getränke Hoffmann. (Foto: Getränke Hoffmann)

Berlin. Es perlt, prickelt, sprudelt oder ist still: Rund 1 Million Hektoliter Wasser schleppen die Deutschen jährlich aus den Getränke Hoffmann Filialen. Am 4. März 1966 gründete Hubert Hoffmann mit seiner Frau in Berlin den ersten Getränkefachmarkt Deutschlands.

Ein „Allroundgenie“ sei Hubert Hoffmann gewesen, sagt Mario Benedikt. Der heutige Geschäftsführer hat selbst an der Flaschenkasse von Getränke Hoffmann begonnen. Doch lange bevor sich der 51-Jährige im Traineeprogramm Wissen über den Durst der Deutschen aneignen konnte, tat es Firmengründer Hubert Hoffmann.

Mit seinem VW Bulli brauste der aus dem Ruhrgebiet Zugezogene, in den 60er-Jahren durch die Stadt und versorgt die Berliner mit Schultheiss, Berliner Kindl, Tucher und Dortmunder Stift. Der „Getränke-Heimdienst“ florierte. Doch Hubert Hoffmann erkennt schnell, dass die Verbraucher mit Blick aufs Portemonnaie mobiler werden und lieber preiswert in den damals neuen Supermärkten einkauften. Seine Idee vom Getränkemarkt war geboren.

Erster Markt in Neukölln

1966 eröffnet der „H. Hoffmann Discount-Spezial“ in der Hobrechtstraße in Neukölln. Vier Jahre später sind es schon 60 Filialen in Berlin. Auch Hoffmanns Mehrwegsystem kam gut an: „Wer seine leeren Flaschen bei mir abgibt, kauft bei mir auch wieder volle.“ Der Erfolg schien ihm Recht zu geben. Ebenso wie sein Motto, nach dem bis heute gearbeitet wird: Kundennähe, schlichte Ausstattung, schnelle Lieferung und schlanke Logistik.

Dass sich die Talente des Firmengründers nicht nur auf Expansion beschränken, lässt sich am Logo ablesen. Lediglich „etwas überarbeitet“ habe man den schwungvollen Schriftzug, erklärt Mario Benedikt. Mit etwas Fantasie erkennt man noch heute die Dampflok.

Als Hansdampf in allen Gassen versuchte Hoffmann auch seine Expansionspläne nach Westdeutschland auszudehnen, jedoch weniger erfolgreich. Letztlich schien man im Bundesgebiet weniger Geschmack an Hoffmanns Eigenmarken zu finden. Die Expansion misslang, 1979 folgte die Insolvenz. Hubert Hoffmann konzentrierte sich wieder auf seinen Berliner Markt und expandierte aufs Neue nach Norddeutschland.

Expansion nach dem Mauerfall

Mit dem Fall der Mauer 1989 begann in zweierlei Hinsicht ein neues Kapitel in der Firmengeschichte. Die Ostberliner „stürmten“ die Märkte. 1989 gab es für eine Mark – egal ob Ost- oder West-Währung – eine Dose Coca-Cola. Fast zeitgleich übernahm die Radeberger Gruppe, eine Tochter der Dr. Oetker KG, Getränke Hoffmann. Was folgte, war eine rasante Expansion in den neuen, aber auch in den alten Bundesländern. Heute hat Getränke Hoffmann 6800 Artikel im Angebot und verkauft in 314 Filialen in sieben Bundesländern. Seit 2006 hat sich der Umsatz verdoppelt und liegt heute bei bei 250 Millionen Euro.

Auch als Sportsponsor tritt Getränke Hoffmann auf. Seit 2002 fördert man den Olympiastützpunkt und ist offizieller Getränkepartner des Landessportbundes.

Befragt man den Geschäftsführer nach der Zukunft, so verweist er auf einen aktuellen Trend: das kieznahe fußläufige Einkaufen. „Wir gehen wieder in den Kiez – mit einem neuen Ladenkonzept, das sowohl Getränke als auch Sandwiches in kleinen Geschäften anbietet.“ Über kurz oder lang soll so allein in Berlin 20 Mal „Mein Hoffi“ eröffnen. Und was wünscht sich Mario Benedikt sonst? „Das der Durst nie nachlässt.“ sabka
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