Gefahr für Autofahrer? Anwohner klagen über verschlechterten Straßenzustand

Auf der B109-Zufahrt an der Hauptstraße in Höhe Kirche nehmen die Absenkungen der Pflastersteine zu. (Foto: Bernd Wähner)
 
Als lägen sie locker auf dem Untergrund: Pflastersteine auf der B109-Zufahrt an der Hauptstraße im Bereich neben der Kirche. (Foto: Bernd Wähner)

Französisch Buchholz. Dass es auf etlichen Straßen des Bezirks noch Kopfsteinpflaster gibt, freut vor allem jene, die den dörflichen Charakter der Pankower Ortsteil lieben. Aber an einigen Stellen birgt das Kopfsteinpflaster auch Probleme für Autofahrer.

Solche Stellen befinden sich in der Gravensteinstraße in Höhe Feuerwache sowie an der B109-Zufahrt an der Hauptstraße vor der Kirche. Darauf weisen Anwohner aus der Gravensteinstraße hin. In diesen beiden Straßenabschnitten liegt noch das traditionelle Kopfsteinpflaster, berichten die Anwohner, die namentlich nicht genannt werden möchten. Das ist eigentlich sehr robust und hält vieles aus. Aber nicht alles. Vor einiger Zeit begannen auf dem Gelände der früheren Kleingartenanlage „Sonnental“ vorbereitende Arbeiten für ein neues Hausbauprojekt. Seitdem fahren schwere Lkw über das historische Straßenpflaster.

Der Zustand auf beiden Straßenabschnitten habe sich durch diese Belastung merklich verschlechtert, berichten die Anwohner. Das trifft vor allem auch auf den schmalen Straßenabzweig der Hauptstraße östlich der Kirche zu. Dort haben sich Pflastersteine inzwischen Zentimeter tief abgesenkt. Das birgt für Autofahrer Gefahren. Deshalb fordern die Anwohner, dass das Pflaster endlich repariert werden muss. Sie schlagen vor, dass es angehoben wird und einen stabileren Unterbau erhält.

Weiterhin regen sie im Interesse der Sicherheit an, dass die zwingende Einfahrtregelung von der Gravensteinstraße in den schmalen Straßenabzweig der Hauptstraße östlich der Kirche aufgehoben wird. Stattdessen sollten die Autos bis an die B109 vorfahren und von dort gleich auf die Hauptstraße fahren dürfen. Eine Ampel ist dort bereits vorhanden. Sie müsste für die Autofahrer nur wieder in Betrieb genommen werden.

Auf Anfrage teilt Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) mit, dass bislang noch keine Schäden festgestellt wurden, „welche durch einen möglicherweise überdurchschnittlich hohen Baustellenverkehr hätten verursacht werden können. Absenkungen und Vertiefungen, von denen ein Gefahrenpotenzial für den fließenden Verkehr ausgehen könnte, sind ebenso wenig festgestellt worden.“ Daher sei eine Reparatur weder notwendig noch gerechtfertigt, so Kuhn. Zum derzeitigen Straßenzustand gibt es also offenbar sehr unterschiedliche Auffassungen bei Anwohnern und Bezirksamt. Bislang fanden auf dem Gelände der früheren Kleingartenanlage „Sonnental“ nur Abrissarbeiten statt, so der Stadtrat weiter. Eine Planungsgenehmigung für eine Wohnbebauung liege beim zuständigen Stadtplanungsamt noch nicht vor.

Was die direkte Zufahrt über die Ampelanlage auf die Hauptstraße betreffe, sei die Verkehrslenkung Berlin zuständig, so Vollrad Kuhn. In seiner Antwort auf eine Anfrage des Verordneten Roland Schröder (SPD) erklärt der Stadtrat außerdem: „Bei der Gravensteinstraße handelt es sich um eine untergeordnete Straße, während die Hauptstraße (B109) eine Hauptverkehrsstraße mit ortsteilverbindender Funktion und hohem Verkehrsaufkommen darstellt. Würde man den Verkehr in die Hauptstraße einfließen lassen, käme es aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Kreuzung Mühlenstraße zu unübersichtlichen Verkehrssituationen mit erhöhtem Unfallrisiko für kreuzende Fahrzeuge. Aus diesem Grund hat die Verkehrslenkung Berlin als oberste Straßenverkehrsbehörde das Ausfahren aus der Gravensteinstraße unterbunden.“ BW
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Ingolf Fritz aus Französisch Buchholz | 30.05.2017 | 09:40  
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