Rattenplage am Tierpark

Die Ratten am Tierpark haben die Scheu vor dem Menschen verloren. (Foto: Josephine Klingner)
Berlin: Tierpark Berlin |

Friedrichsfelde. Am U-Bahnhof Tierpark wimmelt es von Ratten. Das Gesundheitsamt hat nun Schritte eingeleitet, um der Situation Herr zu werden.

„Diesmal ist es noch viel schlimmer als im letzten Jahr“, sagt Anwohner Robert Schadde. Mehr als ein Dutzend der Nager tummeln sich allein in den Hecken und Sträuchern am überdachten Fahrradstellplatz des U-Bahnhofs.

Tagsüber huschen sie zwischen Butterbrotpapier und Alufolie, leeren Joghurtbechern und Flachmännern durch die Büsche. In der Dämmerung verlassen sie ihr Labyrinth aus Gängen und Höhlen, erobern Straßen, Gehwege und die Bushaltestelle auf der Suche nach etwas Essbarem. „Es muss auf jeden Fall etwas unternommen werden. Die Tiere haben keine Scheu mehr vor dem Menschen. Meiner Frau sind sie schon direkt über die Füße gelaufen“, berichtet der 45-Jährige.

Eigentümer des Beetes neben dem Fahrradstellplatz ist der Bezirk. Nachdem ein Bürger den Rattenbefall angezeigt hatte, waren am 27. Juli Aufseher des Gesundheitsamtes vor Ort. „Wir haben das Grünflächenamt über die Ortsbegehung und den Rattenbefall informiert“, sagt Ute Geuß-Fosu, Fachbereichsleiterin der Abteilung Hygiene und Infektion des Gesundheitsamtes.

Bevor die Schädlingsbekämpfer jedoch anrücken können, muss die vermüllte Anlage erst einmal von der BSR gereinigt werden, heißt es aus dem Grünflächenamt. Möglicherweise sei es auch nötig, die Sträucher zurückzuschneiden. Es ist also noch nicht klar, wann genau die ersten Giftköder zum Einsatz kommen.

Doch nicht nur rund um den U-Bahnhof, sondern auch in den Grünflächen entlang des Erieseerings hat Schadde die Wanderratten laufen sehen. „Gerade für Kinder, die dort spielen, ist es gefährlich, weil die Hemmschwelle der Tiere so gering ist“, sagt der Vater von drei Söhnen. Die unliebsamen Nager können Krankheitserreger wie Salmonellen, Toxoplasmen und Leptospiren übertragen. Letztere führen in schweren Fällen zu Leber- und Nierenversagen oder gar zum Tod. Schadde hofft nun, dass auch in diesem Gebiet etwas gegen den Befall unternommen wird.

Laut Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) zogen in Lichtenberg bis Ende Juni dieses Jahres 147 Mal die Schädlingsbekämpfer aus, um Rattenherde zu beseitigen. „Das ist eine Mindestzahl, die das Gesundheitsamt noch nicht bestätigt hat. Es kann also noch mehr werden“, sagt Silvia Kostner, Sprecherin des LAGeSo. JK
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