Mehr Sicherheit gefordert: Erneut gab es einen Einbruch ins Bürgeramt

Friedrichshain-Kreuzberg. Am Wochenende zwischen 25. und 27. Mai wurde das Bürgeramt im Rathaus Kreuzberg an der Yorckstraße Ziel von ungebetenen Besuchern.

Die Einbrecher verursachten nach Angaben von Knut Mildner-Spindler (Linke), Stadtrat für Bürgerdienste, erheblichen Schaden an den Türen. Es sei ihnen aber nicht gelungen, Geld oder Dokumente zu erbeuten.

Anders als gut einen Monat zuvor, in der Nacht zum 22. April im Rathaus Friedrichshain an der Frankfurter Allee. Dort fielen, wie berichtet, den Tätern zahlreiche bereits fertige Personalausweise und Pässe in die Hände. Spätestens seit diesem Vorfall scheint dem letzten klar geworden zu sein, es gibt Nachholbedarf in Sachen Sicherheit, nicht nur in den Bürgerämtern. Es sei unstrittig, dass investiert werden müsse, betont auch Mildner-Spindler. Schon in den vergangenen Wochen wäre einiges passiert, weitere Maßnahmen würden jetzt auch in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt erfolgen.

Das kostet natürlich Geld. Zwar gibt es noch keine endgültigen Schätzungen, von einer sechsstelligen Summe ist aber auszugehen. Gleichzeitig gehe es laut Stadtrat um den Spagat zwischen einem Haus der offenen Türen und dem Sicherheitsbedürfnis einer Behörde. Beides müsse sich nicht ausschließen. Auch in Zukunft werde es keine Einlasskontrollen in den Rathäusern geben. Aber in den Gebäuden dürfte sich das eine oder andere verändern.

Sowohl der Dienstsitz in Friedrichshain, als auch in Kreuzberg sind unübersichtlich. Wer es darauf anlegt, kann sich dort unbemerkt auch über Nacht aufhalten. Und seit den jüngsten Vorkommnissen ist klar, dass das nicht nur Menschen sind, die ein Dach über dem Kopf suchen. Umbauten, Kameras oder zusätzliche Alarmanlagen sind deshalb Teil der Sicherheitsdiskussion. Ihr sei bisher in Friedrichshain-Kreuzberg zu wenig Beachtung geschenkt worden, kritisiert ein Insider. Wohlfühlprojekte seien wichtiger gewesen, als der Schutz der Mitarbeiter und ihrer Räume. Die entscheidende Frage wäre nicht, wie Dokumente zum Beispiel im Bürgeramt aufbewahrt werden. Einbrecher dürften gar keine Chance haben, überhaupt dorthin zu kommen. tf
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