Straftaten an U-Bahnhöfen fast verdreifacht

Friedrichshain-Kreuzberg. Mehr als 25-mal am Tag kommt es auf den U-Bahnhöfen im Bezirk zu einem Kriminaldelikt.

Diese Erkenntnis ergibt sich aus einer Anfrage von Björn Eggert (SPD) im Abgeordnetenhaus. Er wollte wissen, wie viele Straftaten 2014 auf 19 benannten Stationen registriert wurden. Die Mehrzahl bezog sich auf Kreuzberg. Friedrichshain war lediglich mit der Warschauer Straße vertreten. Ebenfalls abgefragt wurde die Heinrich-Heine-Straße in Mitte. Sie landete im Mittelfeld. Auf den Bahnhöfen waren 2014 insgesamt 9270 mehr oder weniger schwere Taten aktenkundig. Im Jahr zuvor waren es nur 3575.

Die Delikte werden in der Antwort von Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) in verschiedene Bereiche untergliedert. Bei gewalttätigen Übergriffen liegt der Bahnhof Kottbusser Tor mit 123 Fällen auf Platz eins. Gefolgt von Görlitzer Bahnhof (121) und Hermannplatz (76). 662-mal gab es insgesamt solche Exzesse. Für 2013 lautet die Zahl 460.

Kottbusser Tor rangiert auch bei Betrugsdelikten ganz vorn. 985-mal wurde dieser Tatbestand dort erfasst. Dazu gehört Schwarzfahren ebenso wie Geld- oder Urkundenfälschung. Bei Eigentumsdelikten findet sich der Kotti mit 309 Fällen auf Platz zwei. Noch mehr waren es mit 347 am Halleschen Tor. Der Görlitzer Bahnhof lässt bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz alle anderen untersuchten Haltestellen weit hinter sich. 177 Delikte im Zusammenhang mit Drogen gab es 2014. 2013 waren es nur 17. Der nahe gelegene Görlitzer Park lässt grüßen. Und 145 der insgesamt 210 Verstöße gegen das Ausländerrecht wurden an dieser Station registriert. Warschauer Straße hat mit 62 Anzeigen den Spitzenplatz bei Sachbeschädigung. Hermannplatz (28) und Kottbusser Tor (22) folgen mit einigem Abstand. Auch die 158 Eigentumsdelikte bedeuten eine Position im vorderen Drittel.

Was folgt aus diesen Zahlen? Die Polizei führe nahezu täglich Präventionsmaßnahmen sowie Einsätze gemeinsam mit der BVG durch, erklärt Gaebler. Außerdem gebe es anlassbezogene Einsätze auf stark frequentierten Stationen. Besonderes Augenmerk gelte Taschendiebstahl und Rauschgiftdelikten. Es bleibt abzuwarten, mit welchem Ergebnis.


Thomas Frey / tf
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