Passanten halfen beim Säubern: Bild "Vaterland" zum 55. Mal renoviert

Dank vieler Freiwilliger war das Bild schnell wieder gereinigt. (Foto: Günther Schaefer)
Berlin: East Side Gallery |

Friedrichshain. Eines der bekanntesten Bilder an der East Side Gallery ist das Werk "Vaterland" des Künstlers Günther Schaefer.

Es entstand zwischen dem 16. und 18. März 1990, also in den Monaten nach dem Mauerfall. Am Tag der Fertigstellung fanden die ersten und einzigen freien Wahlen zur Volkskammer der DDR statt.

Das Gemälde zeigt die Deutschlandfahne und in deren Mitte den jüdischen Davidstern. Es sei als Friedenssymbol und Zeichen der Völkerverständigung zu verstehen, sagt Günther Schaefer.

Dass mit dieser Botschaft nicht jeder etwas anfangen kann, hat der Künstler in den vergangenen mehr als 26 Jahren häufig erfahren. Neben Beschimpfungen wie "Judensau" oder "Flaggenschänder" und sogar Morddrohungen kommt es regelmäßig zu Zerstörungen. 55 Mal habe er das Bild bisher renovieren müssen, so Schaefer. Zum bisher letzten Mal wurde es am 9. November wieder hergestellt. Dabei halfen Schaefers Studenten des CIEE Study Centers Berlin sowie Passanten und East Side Gallery-Besucher. Den Termin am Tag des Mauerfalls und der Nazipogrome von 1938 hatte er natürlich nicht zufällig gewählt. Schneller als gedacht war das Bild wieder in seinem Originalzustand.

Wie lange das so bleibt, weiß auch der Künstler nicht. Klar sei nur, dass er die Schmierereien auch weiter postwendend beseitigen werde. tf
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