Vergabeverfahren zur Theaterkapelle ist abgeschlossen

Die Theaterkapelle an der Boxhagener Straße. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Für die künftige Nutzung der Theaterkapelle in der Boxhagener Straße gab es in den vergangenen Monaten ein Interessenbekundungsverfahren. Das scheint jetzt entschieden zu sein.

Ein Bewerber sei ausgewählt worden. Mit diesem würden abschließende Gespräche geführt werden, sagt Pfarrer Jürgen Quandt, Geschäftsführer des evangelischen Friedhofverbandes Berlin-Stadtmitte, dem Eigentümer der Kapelle. Wer das Rennen gemacht hat, wollte er aber noch nicht sagen.

Auf jeden Fall handelt es sich dabei nicht um das Konsortium aus Künstlern aus dem Kiez, die sich ebenfalls um das Gebäude beworben und als einzige Interessenten auch öffentlich bekannt geworden waren. "Wir haben vor einigen Tagen eine Absage bekommen", bestätigt Sprecher Ingo Vaupel.

Was ihn und seine Mitstreiter einigermaßen irritierte. Denn sie glaubten nicht nur gute Karten beim Friedhofsverband zu haben, sondern sahen außerdem den Wunsch des Kulturausschusses der BVV nach einer kiezbezogenen kulturellen Nutzung erfüllt. Geplant waren regelmäßige Konzerte, Theater- und Tanzveranstaltungen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sollten Workshops und Kurse für Jugendliche sein. Ein weiterer Pluspunkt der Künstlerinitiative war ein bekannter Unterstützer, nämlich die Jazzlegende Gunter Hampel. Der 77-Jährige wollte nicht nur eigene Mitmachkurse anbieten und regelmäßig auftreten, sondern sich auch finanziell an dem Projekt beteiligen.

Die Gruppe war überzeugt, dass eigentlich an ihrem Konzept niemand vorbeikäme, der die Kiezkultur-Vorgaben ernst nehme. Aber vielleicht, so wird jetzt spekuliert, gebe es ja auch ganz andere Pläne.

"Es wird weiter eine kulturelle Nutzung stattfinden", betont dagegen Jürgen Quandt. Mit dem Bezirk sei dies so abgesprochen, auch wenn die Entscheidung über den künftigen Betreiber ausschließlich beim Friedhofsverband liege. Vorgesehen sei außerdem, für die Trauerfeiern, die bisher ebenfalls noch in der Kapelle stattfinden, eine eigene Abschiedshalle auf dem Friedhof einzurichten.

Nach Angaben des Pfarrers habe es neben dem jetzt ausgewählten Kandidaten weitere vier bis fünf weitere ernstzunehmende Bewerbungen gegeben. Darunter sei auch das Kiezkünstlerkonsortium gewesen. Sollten die Gespräche mit dem Interessenten nicht erfolgreich verlaufen, könnte es sein, dass doch noch jemand anderes zum Zug komme. "Aber danach sieht es derzeit nicht aus."


Thomas Frey / tf
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