Bewohner der Schule sollen neue Unterkunft bekommen

Kreuzberg. Nach dem Tod eines Flüchtlings in der Gerhart-Hauptmann-Schule soll zumindest ein Teil der Besetzer das Haus jetzt möglichst schnell verlassen.

Es sei inzwischen ein Ersatzgebäude avisiert, heißt es bei der Verwaltung für Soziales und Gesundheit von Senator Mario Czaja (CDU). Bevor Bewohner aus der Ohlauer Straße dort einziehen können, müsste aber eine Liste der berechtigten Personen erstellt werden. Das liegt in der Verantwortung von Arbeits- und Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD). Der Bezirk drängt wiederum darauf, dass auch die Roma-Familien eine neue Unterkunft bekommen. Insgesamt sollen sich in der ehemaligen Schule rund 200 Menschen aufhalten.

Die meisten von ihnen sind nach den tragischen Ereignissen vom 25. April anscheinend bereit, das Gebäude zu verlassen. Gegen 12.15 Uhr war ein 29 Jahre alter Marokkaner in der Dusche mit einem 40-Jährigen aus Gambia in Streit geraten. Im Verlauf der Auseinandersetzung zog der Ältere ein Messer und verletzte sein Opfer so schwer, dass es wenig später starb. Der Täter flüchtete, konnte aber kurz darauf von der Polizei am Heinrichplatz festgenommen werden. Die Bluttat ist der traurige Höhepunkt, der schon langem unhaltbaren Zustände im Haus. Regelmäßig ist es dort in den vergangenen Monaten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Auch nachdem vor kurzem ein Sicherheitsdienst installiert wurde. Und selbst am Abend des 25. April musste die Polizei erneut in der Ohlauer Straße anrücken. Wegen eines Handys kam es zu einer Schlägerei zwischen zwei Bewohnern. Einen stellten die Beamten im Gebäude. Er hatte eine zerbrochene Flasche in der Hand und Verletzungen im Gesicht. Sein Kontrahent war geflüchtet.


Thomas Frey / tf
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