Krankenrate im Bezirksamt lag zuletzt über dem Durchschnitt

Friedrichshain-Kreuzberg. Etwas mehr als 1900 Menschen arbeiten im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Durchschnittlich ist jeder von ihnen ungefähr 26 Tage im Jahr krank. Also etwas mehr als einen Arbeitsmonat.

Diese Zahlen ergeben sich aus dem betrieblichen Gesundheitsmanagement des Bezirks. Sie sind für 2013 zwar noch unvollständig, weil das letzte Quartal noch nicht berücksichtigt werden konnte. Aber ein Trend lässt sich auch so ablesen. Deutlich wurde zum Beispiel, dass der Krankenstand in Friedrichshain-Kreuzberg jeweils über dem Mittel der anderen Bezirke lag. Im ersten Vierteljahr 2013 betrug er bei allen kommunalen Verwaltungen 10,1, hier aber 10,3 Prozent. Für das zweite und dritte Quartal lauten die Zahlen 7,9 und 7,5 gegenüber 8,3 und 7,7 Prozent. Der Unterschied ist zwar geringfügig, allerdings hatte Friedrichshain-Kreuzberg in den vergangenen Jahren meist weniger malade Mitarbeiter als der Durchschnitt.

Zum aktuellen Ergebnis beigetragen haben nicht zuletzt rund 250 Langzeiterkrankte. Auch das steigende Alter der Beschäftigten spielt eine Rolle. 51 Jahre beträgt hier inzwischen der Schnitt. Dazu kommt der Personalabbau. Bis 2016 muss der Bezirk 138 Stellen reduzieren. Erreicht werden soll das dadurch, dass frei werdende Plätze in der Regel nicht mehr besetzt werden. Was für die übrigen Kollegen Mehrarbeit bedeutet. Mehr Stress macht manche wiederum anfälliger für Krankheiten. In einigen Dienststellen besonders. Häufig von Ausfällen betroffen seien zum Beispiel das Bürger- und das Ordnungsamt sowie das Sozial- und das Grünflächenamt, erklärte Bürgermeisterin Monika Herrmann (B 90/Grüne) auf eine Anfrage der SPD-Bezirksverordneten Anita Leese-Hehmke. Alles Bereiche mit einem intensiven Bürgerkontakt oder Arbeiten im Außendienst.

Gegen die Krankenrate will das Bezirksamt mit Angeboten zur Gesundheitsprävention und Therapie vorgehen. Von Sport- und Bewegungskursen bis zu besserem Mobilar. Vorgesetzte sollen darauf achten, was einem Mitarbeiter wirklich zugemutet werden kann. Verlangt wird gleichzeitig ein weniger rigider Personalkorridor, mehr Auszubildende und ihre spätere Übernahme.


Thomas Frey / tf
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