Blumen oder Beton? Ein Alexanderplatz nach Wunsch!

Die Promoterinnen Anne-Marie Berlin (l.) und Annabell Schütt stehen vom 13. bis 19. Oktober am Fernsehturm. Sie zeigen auf ihren Tablets, wie das Spiel funktioniert. (Foto: Susanne Schilp)

Mitte. Berge und Seen mitten auf dem Alexanderplatz? Oder gläserne Hochhaustürme? Oder doch lieber Sportplätze? All das ist möglich – zumindest im Internet.

Jedermann ist aufgefordert, dort seinen eigenen Alex zu bauen. Wer mag, darf sogar den Fernsehturm abreißen. Das allerdings sähe dessen Geschäftsführerin Christina Aue wohl nicht so gerne. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Treffpunkt Alex“, zu der rund 20 anrainende Firmen gehören. Die haben sich die Aktion ausgedacht und wurden dafür vom Senat ausgezeichnet.

„Wir wollen den Platz positiv ins Gespräch bringen. Das Ganze ist ein Spiel, und die Leute sollen vor allem Spaß haben“, sagt Christina Aue.

Und so funktioniert’s: Unter der Adresse www.meinalex.de sind vier Szenarien zu finden: der Alexanderplatz zu DDR-Zeiten (samt des Areals rund um die Marienkirche und das Rote Rathaus), der heutige Zustand, eine Zukunftsvariante und ein völlig leerer Platz.

Der Besucher der Internetseite wählt einen der Pläne aus und kann dort Gebäude verschieben, verschwinden lassen oder neue bauen. Die Palette reicht von Alt-Berliner Mietskasernen über Plattenbauten bis zum kühnen Wolkenkratzer. Es ist möglich, Wälder und Spielplätze anzulegen oder aus dem Nichts einen völlig neuen Ort zu erschaffen.

Ist der virtuelle Stadtplaner mit seinem Werk zufrieden, speichert er seinen Entwurf. Dann erhält er Auskunft darüber, wie grün sein Alex ist, wie hoch und dicht er gebaut hat. Seine Daten kann er mit dem Durchschnittswert aller Teilnehmer vergleichen. „Über die fünf Planvarianten, die sich untereinander am ähnlichsten sind, darf dann im Netz abgestimmt werden“, sagt Christina Aue. Was sie erstaunt und freut: „Die Mehrheit ist nah an der Wirklichkeit, viele sind für Neubauten.“

Mehrere Tausend Alexanderplätze sind inzwischen entworfen worden und Zehntausende Menschen haben abgestimmt. Und es geht weiter.

Ob die Aktion jemals praktische Folgen hat, ist ungewiss und auch gar nicht beabsichtigt. Aber wer weiß: Das Stadtplanungsbüro Jahn, Mack & Partner, das sich in der Realität mit dem Alexanderplatz beschäftigt, interessiere sich jedenfalls durchaus für die Ergebnisse des Spiels, berichtet Aue. sus
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