Enteignung von „Riviera“ und „Gesellschaftshaus“ empfohlen

Das "Gesellschaftshaus Grünau" hat schon bessere Tage gesehen. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Riviera |

Grünau. Rund zehn Jahre dauert schon das Trauerspiel um die denkmalgeschützten Gaststätten „Riviera“ und „Gesellschaftshaus“. Der Landesdenkmalrat empfiehlt nun drastische Maßnahmen.

In seiner letzten Sitzung hat sich das ehrenamtlich im Auftrag des Landesdenkmalamts tätige Gremium mit den beiden Gebäuden befasst. „Wir empfehlen, die verschiedenen Wege, die zur Rettung des Objekts beitragen können, weiterzuverfolgen und dabei die einzelnen Schritte verfahrensrechtlich korrekt einzuleiten. Dies betrifft weitere Sicherungsanordnungen, beispielsweise für die Dächer, planungs- und städtebaurechtliche Vorkehrungen bis hin zu Abklärungen für eine Enteignung“, teilt der Landesdenkmalrat schriftlich mit.

Diese Einschätzung kommt bei den Grünauern gut an. Anwohner und der SPD-Abgeordnete Robert Schaddach, der selbst im Ortsteil wohnt, fordern seit Jahren die Enteignung. Die türkische Eigentümerin, die durch ihren in Potsdam lebenden Bruder vertreten wird, hat sich bisher als unwillig und ohne jedes Verständnis für die Belange des Denkmalschutzes erwiesen. Wenn die Denkmalschützer des Bezirks das Grundstück betreten wollen, brauchen sie jedes Mal eine gerichtliche Anordnung. Auflagen des Bezirks, die maroden Bauten vor weiterem Verfall zu sichern, wurde mit juristischen Spitzfindigkeiten begegnet.

„Es wird Zeit, dass sich da was tut. Wir sind froh, dass der Landesdenkmalrat Position ergreift und wollen den Bezirk bei der Rettung der ehemaligen Gaststätten unterstützen“, sagt Stefan Förster, Vorsitzender des Bezirksdenkmalrats.

Vermutlich wird es noch ein langer Weg, bis „Riviera“ und „Gesellschaftshaus“ in die Hände eines solventen und im Sinne des Erhalts agierenden Investors gelangen. Vorsichtshalber hat der Landesdenkmalrat dem Bezirksamt noch empfohlen, einen baurechtlich-juristischen Beistand für das Verfahren heranzuziehen. RD
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