Rathenau-Gymnasium erneuert sein "grünes Klassenzimmer"

Erst die Ausgrabungsarbeiten, dann neue Bänke: Schüler müssen das wiederentdeckte Amphitheater freilegen, als sei es ein archäologischer Fund. (Foto: Schubert)
Berlin: Walter-Rathenau-Gymnasium |

Grunewald. Gab es da nicht steinerne Stufen? Unter kniehohen Grasbüscheln begraben, war das kleine Amphitheater auf dem Schulhof des Walther-Rathenau-Gymnasiums in Vergessenheit geraten. Jetzt soll es wieder ein Lern- und Erholungsort werden - dank Fördergeldern, Patchwork und tatkräftigen Schülern.

Als Solveig Knobelsdorf ihren Dienst antrat, hätte sie sich nicht träumen lassen, dass die Unkrauthalde im hintersten Winkel des Schulhofs in der Herbertstraße 2-6 für das Rathenau-Gymnasium attraktivitätssteigernd wirken könnte. Sie wusste ja nicht, was unter dem Grünzeug verborgen liegt.

Nun aber kratzen die Schippen wuchernde Gräser vom Grund des Amphitheaters, und schubkarrenweise verschwindet das Unkraut auf den Kompost.

"Ihr macht die Arbeiten, wir kümmern uns um das Material" - das ist die Abmachung zwischen Direktorin Knobelsdorf und ihren Schülern. Und wenn alles nach Plan läuft, dann wird sie ihren Schützlingen im kommenden Schuljahr den ersten Freiluft-Unterricht seit Jahren bieten können. Dann steht das "grüne Klassenzimmer" nicht mehr für Wildwuchs, sondern für Wissensdurst unter freiem Himmel.

"Patchwork" - so nennt Manfred Dietzen vom Senatsprojekt "Grün macht Schule" das Arbeitsprinzip, was hier zur Anwendung kommt. Senat, Elternvertreter, Schüler, Grünflächenamt - alle leisten ihren Teil. Und die Kosten von 7000 Euro deckt ein Förderprogramm des Bezirks. Ab den Ferien kann Gartenbau-Unternehmer Tobias Mittendorf die Sitzflächen montieren lassen; mit Bänken, die das Grünflächenamt stiftet.

Auch die zusätzlichen 2000 Euro Spendengeld, zusammengetragen vom Förderverein der Schule, werden noch einfließen. Geplant ist die Anschaffung zweier Sandsteine, denen die Gymnasiasten, inspiriert von einem Bildhauer, Gestalt verleihen. Dann zählt nicht nur Tatkraft, sondern auch Köpfchen.


Thomas Schubert / tsc
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