Standort der Flüchtlingsunterkunft in der Wasserstadt noch nicht festgelegt

Berlin: OSZ TIEM |

Haselhorst. Die Wasserstadt bekommt eine sogenannte Modulare Flüchtlingsunterkunft (MUF) – das steht so gut wie fest. Wo genau und wann das geschieht, blieb in einer Anwohnerinformation des Bezirksamtes am 26. November allerdings noch offen.

Zuerst waren 32 im Gespräch, inzwischen will Berlin in den kommenden zwei Jahren auf 60 landeseigenen Grundstücken Flüchtlingsunterkünfte errichten. Das sagte der Staatssekretär für Soziales Dirk Gerstle (CDU) gleich zu Beginn der Info-Veranstaltung im OSZ TIEM im Goldbeckweg. Als federführender Verantwortlicher für die Flüchtlingsunterbringung in der Hauptstadt war der Staatssekretär eingeladen, um über die Modulare Unterkunft zu informieren, die auf einer landeseigenen Fläche an der Rhenaniastraße geplant ist – und über deren genaue Lage sowie Kapazität rund 300 Anwohner Einzelheiten erfahren wollten.

Viel Konkretes hatte Gerstle aber nicht zu verkünden. Die Fakten: Drei seiner Grundstücke in der Wasserstadt hat das Land Berlin für eine MUF im Visier; eines liegt nördlich, zwei befinden sich im Gewerbegebiet südlich der Rhenaniastraße. Vor allem gegen den ersten Standort hatten Bewohner der benachbarten Eigenheimsiedlung rund um die Ruppiner-See-Straße seit Bekanntwerden der Pläne protestiert, unter anderem mit einem Brief an Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD). Darin hieß es, das Siedlungsgebiet sei „für so viele Flüchtlinge nicht geeignet und die Planung bei so wenigen Anwohnern völlig unverhältnismäßig“. Die Absender des Schreibens fürchteten zudem einen Werteverlust ihrer Grundstücke.

Helmut Kleebank gab am Donnerstag zu, das zuerst favorisierte Areal oberhalb der Rhenaniastraße ebenfalls für gänzlich ungeeignet zu halten. Wie das gesamte Bezirksamtskollegium. „Wir schließen die Fläche kategorisch für eine Flüchtlingsunterkunft aus. Aber wir entscheiden das eben nicht.“ Der Spandauer Rathaus-Chef räumte sogar ein, auch mit den beiden Alternativ-Standorten im Gewerbegebiet nicht so recht glücklich zu sein. Auf dem Dreieck zwischen Rhenania- und Daumstraße sehen Entwicklungspläne für die nächsten Jahre umfangreichen Wohnungsbau vor. Doch in Anbetracht der aktuellen Situation sowie der Tatsache, dass eben keine Notunterkunft sondern eine MUF geplant sei, habe er eingelenkt, so Kleebank. Das Gemeinschaftswohnen in den Modularen Unterkünften sei für Menschen gedacht, die sich bereits im Asylverfahren befänden – mit guter Aussicht auf ein Bleiberecht.

„Wir müssen die Leute unterbringen“, sagte der Bürgermeister. „Ich bin nach wie vor nicht bereit, dem Land auch nur eine Schulsporthalle für diesen Zweck zu nennen. Gerade weil wir davon wegkommen wollen, brauchen wir andere Lösungen, zum Beispiel die modularen Bauten.“ Wie die aussehen sollen, zeigte Staatssekretär Gerstle anhand von Entwürfen: Neben einem einstöckigen Versorgungstrakt mit Pförtnerloge und Arztstelle, Küche und Waschmaschinenraum bieten zwei bis sechs Dreigeschosser eine je nach Bedarf variable Anzahl an Appartements – mit Gemeinschaftsküchen plus Sanitärbereichen – sowie komplette Wohnungen für Familien. Jeweils 50 bis 60 Personen können pro Block einziehen. Nirgends in der Stadt soll eine MUF mehr als 400 Flüchtlinge beherbergen. In Haselhorst sind neben dem Versorgungsflachbau zwei Wohnmodule vorgesehen. Sämtliche Gebäude seien jedenfalls so konzipiert, dass in Zukunft, wenn sich die Situation entspannt habe, auch andere Nutzungen möglich sind – etwa für studentisches Wohnen oder Odachlosenheime, erläuterte der Staatssekretär.

Auf welchem der drei Grundstücke in der Wasserstadt die MUF errichtet wird, will das Land Berlin laut Gerstle nicht vor Mitte Dezember entscheiden. Helmut Kleebank versprach den versammelten Anwohnern schließlich noch eine Info-Veranstaltung, in der es konkret um die Pläne zum Wohnungsbau in Haselhorst gehen soll. bm
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