1400 Kubikmeter Abfall in den Berliner Forsten

Diese illegal entsorgten Fassadenplatten blockierten den Waldweg im Müggelforst. (Foto: Ralf Drescher)

Treptow-Köpenick. Vor Kurzem hatten wir von einer besonders dreisten Entsorgung von Sondermüll im Müggelwald berichtet. Ein Täter konnte bisher nicht ermittelt werden, dafür liegen jetzt offizielle Zahlen vor.

Demnach mussten die Berliner Forsten in diesem Jahr bereits 1400 Kubikmeter Abfall aus den Berliner Wäldern entfernen lassen. Ähnliche Mengen gab es in den Vorjahren seit 2011. Pro Jahr fielen 1200 bis 1500 Kubikmeter an, die auf Kosten der Landeskasse durch die Berliner Stadtreinigung entsorgt werden mussten. Besonders teuer war das im Jahr 2011, da waren fast 60 000 Euro für die Müllbeseitigung nötig. Im vorigen Jahr zahlte die Forstverwaltung immerhin 44 000 Euro.

Die Zahlen wurden durch eine Senatsanfrage des Köpenicker Abgeordnetenhausmitglieds Stefan Förster (FDP) bekannt. Geliefert hatte sie die bisherige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Anfang Dezember. Bekannt wurde durch das Abgeordnetenhausdokument auch, dass in keinem einzigen Fall ein Täter ermittelt und zur Kasse gebeten werden konnte. Das trifft auch auf den aktuellen Fall aus dem Müggelwald zu. Dort hatten Spaziergänger (Berliner Woche berichtete) den Bauschutt von einer Fassadensanierung gefunden und die Revierförsterin informiert. Die meldete den Fund der Berliner Umweltkripo.

Teure Entsorgung

Wenige Tage nach der Veröffentlichung meldete sich ein Leser, der Hinweise auf einen Fassadenabriss im fraglichen Zeitraum geben konnte. Das betreffende Wohnhaus liegt in einer Nebenstraße der Glienicker Straße in Köpenick. Inzwischen geht die Umweltkripo diesem Hinweis nach. Besonders ärgerlich an dem geschilderten Fall ist, dass sich hier offenbar ein Bauunternehmen vor den hohen Entsorgungskosten drücken will. Dämmplatten von Fassaden, die Flammschutzmittel enthalten, gelten seit Anfang Oktober als Sondermüll, seitdem haben sich die Entsorgungskosten vervierzigfacht. Und die trägt nun erst einmal der Steuerzahler.

Die Förster im Bereich des Forstamts Köpenick sind alarmiert. Bei der illegalen Entsorgung von Asbest oder Fassadendämmung wird jetzt immer die Umweltkripo eingeschaltet. RD
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