Altes Gemäuer in der Grünstraße wird öffentlich zugänglich

Thomas Noack und Jürgen Hilbrecht in dem rund 250 Jahre alten Weingewölbe. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Schüsslers Keller |

Köpenick. Ein alter Weinkeller ist alles, was von der Likörfabrik des bekannten Köpenicker Stadtrats Hugo Schüssler (1847-1908) übriggeblieben ist. Jetzt soll er wieder öffentlich zugänglich werden.

Stolz zeigt Hauseigentümer Thomas Noack, ein Anwalt aus der Köpenicker Altstadt, das restaurierte Gemäuer. In den letzten Monaten hat er die Bausubstanz sichern lassen, einen Kamin eingebaut und den Raum stilgerecht mit allerlei alten Dingen ausgestattet.

"Das Haus Grünstraße 6 wurde schon Anfang der 80er-Jahre des vorigen Jahrhunderts abgerissen. Weil Bauarbeiter im Kellergewölbe die Jahreszahl 1767 entdeckten, wurde aber zumindest der Weinkeller schnell unter Denkmalschutz gestellt und blieb erhalten", erzählt Thomas Noack.

Bei den Bauarbeiten wurden historische Glasmarken gefunden, mit denen früher Alkoholflaschen registriert werden mussten. Die älteste stammt von 1766 und zeigt, dass das Gemäuer von Anfang an zum Lagern von Wein und Schnaps genutzt wurde. Später hatte hier der Likörfabrikant und Köpenicker Stadtrat Hugo Schüssler seinen Betrieb. Zu DDR-Zeiten bis zum Abriss gab es im Vorderhaus das Geschäft "Weinoase", dessen Nachfolger immer noch im Nebenhaus Grünstraße 4 residiert.

Während der Arbeiten an dem fast 250 Jahre alten Gemäuer kam es sogar fast zu einem "Schatzfund". "Unter Brettern entdeckten wir eine Eisentruhe. Nach dem Öffnen fanden wir aber nur die jahrzehntealte Verpackung von Westzigaretten, die hier vermutlich noch vor dem Mauerbau unter dem Ladentisch verkauft worden sind", erzählt Thomas Noack.

Kleine Bühne nebenan

Künftig soll der alte Weinkeller öffentlich gemacht werden. Weil das Bauamt keine Nutzung als eigenständige Gaststätte zulässt, wird es Schatzkammer und Probierausschank des Weinhauses Köpenick, das ebenfalls Thomas Noack gehört. "Familien- oder Firmenfeiern im kleinen Kreis bis zu 15 Personen sind ebenfalls möglich", sagt Thomas Noack. Gleich neben dem Gemäuer gibt es eine kleine Bühne, die regelmäßig von Jürgen Hilbrecht, besser bekannt als Hauptmann von Köpenick, bespielt werden soll. Bei schönem Wetter wird es dort jeweils sonntags ab 13 Uhr einen Hauptmann-Frühschoppen geben.

Für das alte Gemäuer hat Thomas Noack auch schon den passenden Namen gefunden. In Erinnerung an den bekannten Stadtrat Hugo Schüssler heißt der Bau von 1767 jetzt "Schüsslers Keller", die Namensrechte hat sich Thomas Noack von der letzten lebenden Enkelin des Politikers gesichert.

Am 17. April um 17 Uhr wird das alte Weingewölbe der Öffentlichkeit präsentiert. Es gibt kostenlosen Wein und Bürgermeister Oliver Igel hat sein Kommen zugesagt. Der Hauptmann von Köpenick ist natürlich ebenfalls dabei.


Ralf Drescher / RD
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