Ende März wird die Tür zugesperrt

Ende März muss Projektleiterin Angelika Bruchmann das Arbeitslosenzentrum Köpenick schließen. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Seit rund 25 Jahren gibt es das Arbeitslosenzentrum Köpenick, seit zwölf Jahren am Mandrellaplatz. Ende März könnte Schluss sein.

"Wir haben zur Zeit noch sieben MAE-Kräfte, die vom Jobcenter bis Ende März bewilligt sind. Ende November kam die Mitteilung, dass es künftig keine geförderten Arbeitsplätze mehr geben wird", erzählt Projektleiterin Angelika Bruchmann.

Im Arbeitslosenzentrum kümmert man sich um Mobilitätshilfen für Senioren, begleitet ältere Menschen zum Einkaufen, zum Arzt oder zu Ämtern. Jede Woche werden rund 40 Senioren betreut. Es gibt aber auch kostenlose Rechtsberatungen durch einen Anwalt und Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen für Arbeitslose.

"Ich betreue zum Beispiel eine 90 Jahre alte Dame, die seit fünf Jahren von uns unterstützt wird. Wir gehen gemeinsam zum Wochenendeinkauf, allein kommt sie nicht mehr aus dem Haus. Sie war tief enttäuscht, als sie von der Schließung unseres Projekts hörte", berichtet Ute Geißler, eine der Betreuerinnen.

Die Betreuung erfolgt im gesamten Bezirk, sogar nach Grünau oder bis zum Treptower Park fahren die Helfer.

Weil die Förderrichtlinien für Langzeitarbeitslose geändert wurden, die bisher für mehrere Monate in die so genannten Ein-Euro-Jobs vermittelt wurden, sieht das Jobcenter keine Möglichkeit mehr, das Arbeitslosenzentrum zu unterstützen. Wenn nicht doch noch eine Lösung gefunden wird, dreht Projektleiterin Angelika Bruchmann am 31. März zum letzten Mal den Schlüssel um. Bis dahin ist das Arbeitslosenzentrum am Mandrellaplatz 9 aber noch geöffnet, montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr, Auskünfte unter 65 01 52 64.


Ralf Drescher / RD
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