„Genau das haben wir gebraucht“
Ausgabestelle von Laib und Seele ist im Union-Fanhaus untergekommen

Rita Hirsch registriert die Gäste und trägt ein, wie viele Lebensmittel ausgegeben werden.
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In Sichtweite zum Stadion An der Alten Försterei haben sich am ersten Dienstag im Oktober ein paar dutzend Menschen in die Schlange gestellt. Sie warten auf die Herausgabe von Lebensmitteln, die in Supermärkten und Bäckereien übriggeblieben sind und von ehrenamtlichen Helfern sortiert und in Tüten für sie zusammengestellt wurden.

Auf dem Areal eines früheren LIDL-Markts, wo sich heute die „Baustelle Fanhaus“ des 1. FC Union befindet, darf Laib und Seele seit Juli die wöchentliche Essensausgabe durchführen. Der Fußball-Bundesligist hat der Hilfsaktion der Berliner Tafel, der Kirchen und des rbb seine Räume zur Verfügung gestellt. „Union ist sehr auf Charity eingestellt“, ist Carol Seele dankbar. Der Leiter der Köpenicker Ausgabestelle erhielt im März einen Anruf von Sven Mühle aus dem Fanhaus, der ihm seine Hilfe anbot. „Genau das haben wir gebraucht. Es wurde für uns mitgedacht.“

Seit den Corona-Beschränkungen kann Laib und Seele keine Gäste mehr am gewohnten Standort in der Bahnhofstraße 9, der Hofkirche Köpenick, empfangen. Dort ist zu wenig Platz für die Einhaltung der Hygienevorschriften und Mindestabstände.

30 Prozent weniger

Im Frühjahr durften die Ehrenamtler vorübergehend auf den Parkplatz von Getränke-Hoffmann an der Seelenbinderstraße ausweichen. Inzwischen haben sie sich im Fanhaus in der Lindenstraße 18–19 eingerichtet. Dort möchten sie gern so lange bleiben, wie die aktuellen Beschränkungen noch andauern. Die Gäste dürften über das Angebot so oder so glücklich sein, auch wenn laut Carol Seele etwa 30 Prozent weniger kommen als in der Bahnhofstraße.

Jeden Dienstag ab 15 Uhr werden rund 200 Personen mit Lebensmitteln versorgt. Es sind beispielsweise alleinerziehende Mütter und Väter, hilfebedürftige Asylbewerber oder Senioren mit zu knapper Rente. Ihre Bedürftigkeit müssen sie vor Ort entsprechend nachweisen. Registriert werden sie von Rita Hirsch, die als Schutz ein Gesichtsvisier trägt. „Manche treffen sich hier schon Stunden vorher. Es sind Freundschaften entstanden“, berichtet sie. Wie viele Lebensmittel ausgegeben wurden, trägt sie in eine Liste ein.

In Corona-Zeiten werden von den Helfern bereits gepackte Tüten überreicht. Darin enthalten sind verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Es gibt Basilikumtöpfe, Kresse und Schnittlauch. Außerdem besteht die Möglichkeit, Backwaren wie Brötchen und Kuchen mitzunehmen. Auch Milch, Joghurt, Speisequark, Margarine, Käse, Wurst und Fleischsalat stehen zur Wahl. Beim Besuch der Berliner Woche wurden darüber hinaus Blumen verschenkt.

Winter wird wohl hart

Für eine Lebensmittelausgabe ist ansonsten ein Kostenbeitrag von 1,50 Euro zu entrichten. Mit der Ware dürften die Gäste ein paar Tage versorgt sein. Bleiben nach der Ausgabe noch Reste übrig, werden diese zum Wohnungslosenheim „Haus Charlotte“ in Friedrichshagen und zum „Haus Strohhalm“, einem Wohnheim für Suchtgefährdete in Oberschöneweide, gebracht.

Eine schwierige Aufgabe kommt auf Carol Seele in den kommenden Wochen und Monaten zu. Weil die Ausgabe aus benannten Gründen auch weiterhin im Freien durchgeführt werden muss, dürfte die Kälte bald zu einem großen Problem werden. „Wir wissen noch nicht, wie wir das machen, haben noch keine Lösung“, meint der Leiter. Im Fanhaus selbst könne auch beim Sortieren der Waren nicht geheizt werden, weil dort keine Heizkörper vorhanden seien. „Kein schöner Gedanke“, so Seele.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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