Campus Ohlauer ausgebremst: Howoge muss Pläne verändern

Hier soll der Campus Ohlauer entstehen. Viele Bäume auf dem Gelände der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule müssten dafür weichen. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Campus Ohlauer |

Kreuzberg. Das umstrittene Bauprojekt "Campus Ohlauer" auf dem Gelände der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule kann zumindest nicht so wie zuletzt vorgesehen errichtet werden.

Es werde zunächst eine "Anhörung vor Versagung gegenüber dem Bauherrn", der Wohnungsbaugesellschaft Howoge geben, erklärte Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis90/Grüne) am 15. Februar im Stadtplanungsausschuss. Im Klartext: Die Howoge muss nachbessern, sonst erhält sie keine Genehmigung.

Bemängelt wird vor allem, dass das Vorhaben von den Abstandsvorgaben laut Planungsrecht abweicht. Nach dem Bauvorbescheid seien die Pläne noch einmal verändert worden. Vor allem habe es jetzt sechs, statt bisher fünf Stockwerke gegeben. Dem könne aber nicht mehr stattgegeben werden.

Weitere, von den Kritikern bemängelte Details am Howoge-Entwurf sind dagegen nicht vom Planungsrecht tangiert. Darüber soll aber, laut Stadtrat, ebenfalls gesprochen werden, etwa über den Zugang und Zuschnitt der Wohnungen und den Wegfall von zahlreichen Bäumen auf dem Gelände.

Der Campus Ohlauer galt bisher als eine Art Prestigeprojekt, gerade auch des Bezirksamtes. In dem Gebäudekomplex soll es preisgünstige Wohnungen für Flüchtlingsfamilien, obdachlose Frauen und Studenten geben, außerdem öffentliche Einrichtungen wie die Stadtteilbibliothek, die von ihrem bisherigen Standort an der Glogauer Straße dorthin ziehen soll.

Finanziert wird das Vorhaben aus einem speziellen Programm des Landes für innovative Bauprojekte. Wegen dort vorhandener Fristen sollte es auch schnell realisiert werden. So lautete die Begründung für die vor allem zu Beginn eher vernachlässigte Bürgerbeteiligung.

Den Gegnern geht es weniger um den Campus als solchem, sondern, wie er gebaut werden soll. Zu groß, zu massiv, wenig Freifläche und der weitgehende Verlust des Baumbestandes waren ihre wichtigsten Argumente. Favorisiert wird ein Alternativentwurf des Büros Klinkenberg, der auch vom ehemaligen Piraten-Bürgerdeputierten Carsten Joost mit ausgearbeitet wurde. "Wir würden diese Planung kostenlos in den jetzt laufenden Prozess einbringen", erklärte Joost und wollte das als Angebot an die Howoge verstanden wissen.

Stadtrat Schmidt interessiert zunächst, welche Vorschläge von der Wohnungsbaugesellschaft kommen. Die werden dann im Ausschuss vorgestellt. tf
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