Howoge präsentiert Pläne zur ehemaligen Polizeiwache

Auch Gastronomie und eine Kita gehören zum Konzept der Howoge für ihr Projekt an der Rathausstraße 12. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Die Howoge kauft die frühere Polizeiwache in der Rathausstraße 12 und will dort 128 Wohnungen und eine Kita für 100 Kinder bauen.

Der Liegenschaftsfonds Berlin hatte sich erstmals zum Ziel gesetzt, eines seiner Grundstücke nicht zum Höchstpreis zu verkaufen, sondern andere Kriterien als Maßstab anzulegen. Die Howoge erhielt den Zuschlag für das im sogenannten Konzeptverfahren vergebene Grundstück der alten Polizeiwache. Sie überzeugte laut Howoge-Geschäftsführerin Stefanie Frensch vor allem mit der Zahl der geplanten Wohnungen und mit der Verlässlichkeit der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft, die Planungen auch zügig umsetzen zu können. Auf der Oktober-Sitzung stellte Frensch die Planskizze des Projekts im Ausschuss für ökologische Stadtentwicklung der Bezirksverordnetenversammlung vor.

Mit großem Interesse verfolgten auch rund zwei Dutzend Mitglieder des Vereins "Rathaussterne Lichtenberg" die Präsentation. Denn im Bieterverfahren war die aus meist jungen Leuten bestehende Gruppe in direkte Konkurrenz mit den unternehmerisch arbeitenden Investoren gegangen. Inwiefern das finanzielle Angebot der Gruppe - sie bot den Mindestpreis von 1,4 Millionen Euro für das Grundstück - von der Howoge übertroffen wurde, ist fraglich. Weder zum Kaufpreis noch zur beabsichtigten Investitionssumme wollte sich die Geschäftsführerin äußern.

Fest steht: Eine Jury des Liegenschaftsfonds wählte die Howoge zum Sieger des Verfahrens. Die plant, 128 Wohnungen in drei fünfgeschossigen Bauten zu errichten. 30 Wohnungen sollen für eine Kaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Die anderen werden sich im Bereich von zehn Euro bewegen. Eine Kita mit 100 Plätzen und ein gastronomischer Bereich im historischen Vorderhaus runden das Konzept ab.

Für Stefanie Frensch lagen die Vorteile der Howoge im Wettbewerb auf der Hand: "Wir sind sehr geübt, führen rund 200 öffentliche Vergabeverfahren im Jahr durch", erklärte die Geschäftsführerin. Und bedankte sich, dass es auch durch die Initiative des Vereins "Rathaussterne" diesmal nicht dazu kam, dass der mit der dicksten Brieftasche das Grundstück kaufen konnte. "Wir wissen durch unsere Erfahrung aber auch, dass manch tolle Idee einfach unberücksichtigt bleibt, wenn sie nicht Teil der festgelegten Bewertungskriterien ist", so Frensch. Die Rathaussterne wollten eigentlich mit einem Kiezcafé und einem Garten punkten. Die Details der Bewertungskriterien wurden aber nicht veröffentlicht.

Letztlich war jedoch die Anzahl der Wohnungen, die zu einem verbilligten Wohnpreis realisiert werden könnten, das ausschlaggebende Kriterium, verriet Frensch.

Das Gelände an der Rathausstraße verspricht allerdings, eins der kleinsten Projekte der Howoge zu werden. Bis zu 1000 Wohneinheiten könnten auf dem ehemaligen Busbahnhof am Weißenseer Weg entstehen. Und sie sollen unter Beteiligung der Howoge realisiert werden, heißt es seitens des Bezirksamts.


Karolina Wrobel / KW
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