Vor allem der Norden des Bezirk ist unterversorgt

Der Wohngebietspark Hagenstraße ist voll im Bau und soll Anwohnern eine zusätzliche Freizeitfläche bieten. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. In Berlin gibt es rund 1850 Spielplätze. Lichtenberg stellt davon die meisten Flächen, doch die Spielplätze sind im Bezirk nicht gleich verteilt.

Über 135 öffentliche Spielplätze gibt es aktuell in Lichtenberg. Damit hat der Bezirk bei den Spielflächen in Berlin die Nase vorn, denn nirgendwo in der Stadt gibt es mehr öffentliche Flächen, die Kinder und Jugendliche mit den darauf befindlichen Spielgeräten zum Rutschen, Schaukeln oder Klettern einladen. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt auf die Anfrage des Lichtenberger Abgeordneten Ole Kreins (SPD) hervor.

Lichtenberg verweist damit sogar die kinderreichen Bezirke Pankow und Reinickendorf auf die zweite und dritte Stelle, was die Zahl der Spielplätze pro Einwohner betrifft. Obwohl der Bezirk rein rechnerisch den Spitzenplatz einnimmt, sind nicht alle Ortsteile in Lichtenberg gleich gut mit Spielplätzen versorgt. Besonders wenige öffentliche Spielflächen finden sich etwa nördlich der Frankfurter Allee. Dabei ziehen auch in dieses Gebiet immer mehr Menschen. In den kommenden Jahren wird ein Einwohnerzuwachs von etwa 22 Prozent erwartet.

Grund für den Zuwachs ist die Entwicklung neuer Bauvorhaben, etwa durch die Wohnungsbaugesellschaft Howoge auf dem Grundstück des ehemaligen Kinderkrankenhauses Lindenhof an der Gotlindestraße. Dort sollen ab dem kommenden Jahr rund 400 Neubauwohnungen entstehen.

Schon jetzt wird im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau Ost im Sanierungsgebiet Frankfurter Allee Nord deshalb daran gedacht, die Spielplatzversorgung zu verbessern. Als eines der ersten Projekte wurde der Spielplatz auf dem Freiaplatz neu gestaltet und im Sommer 2013 übergeben. In diesem Jahr kommen weitere Spielplätze hinzu. So soll die Versorgung mit Spielflächen laut den aktuellen Planungen von 23 Prozent zukünftig auf fast 80 Prozent steigen. Bereits in Bau ist der Wohngebietspark Hagenstraße, der das ein Hektar große ehemalige Gelände einer Schule in einen Wasserspielplatz und eine Kleinkinderspielfläche umwandelt und mit einem "Parcours für alle" auch Erwachsenen Bewegungsmöglichkeiten anbietet. Rund 600 000 Euro werden in den Parkbau investiert.

Noch in abschließender Planung ist der Spielplatz an der Gotlindestraße 44, der ebenfalls mit Fördermitteln des Programms Stadtumbau Ost die Fläche der ehemaligen bezirklichen Gärtnerei zum Spielplatz umwandeln soll. Hier wird der Startschuss für den Bau im Herbst dieses Jahres gegeben. Entstehen soll eine Sandspielfläche, für ältere Kinder wird es eine Kletterkombination mit Balancierstrecken aus Hölzern und Seilen geben. Wer seinen Gleichgewichtssinn schulen will, für den bieten sich Trampolin und ein Schwebseil an.

Wie der Spielplatz aussehen wird, darüber haben die Kinder und Jugendlichen aus dem Gebiet mit entschieden. Sie gaben dem Spielplatz sogar schon einen Namen: Der "Drachenspielplatz" soll im Sommer 2016 fertiggestellt werden.


Karolina Wrobel / KW
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